Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere >

Anklage gegen Ex-IKB-Chef Ortseifen

Mittelstandsbank  

Anklage gegen Ex-IKB-Chef Ortseifen

02.07.2009, 13:25 Uhr | oca, t-online.de, AFP

Ex-IKB-Chef Stefan Ortseifen (Quelle: dpa)Ex-IKB-Chef Stefan Ortseifen (Quelle: dpa) Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat Anklage gegen den früheren Chef der Mittelstandsbank IKB erhoben. Der ehemalige Vorstandssprecher Stefan Ortseifen stehe im Verdacht, den Börsenkurs der IKB manipuliert zu haben, teilte die Behörde mit. Außerdem wirft sie ihm Untreue in vier Fällen vor. Die IKB hatte sich am US-Immobilienmarkt verspekuliert und war nach Ausbruch der Finanzkrise im Sommer vergangenen Jahres in eine finanzielle Schieflage geraten. Das Institut konnte nur durch Finanzspritzen des Bundes und der Finanzwirtschaft in Höhe von über zehn Milliarden Euro vor dem Aus bewahrt werden.


Abfindungskönige - Was Konzernchefs kassieren
"Forbes"-Ranking 2009 - Fotos der Reichsten der Welt

Irreführung der Anleger

Die Staatsanwaltschaft macht Ortseifen für eine Pressemitteilung des Vorstandes vom 20. Juli 2007 verantwortlich. Darin soll er die Auswirkungen der beginnenden Finanzkrise auf die IKB zu positiv dargestellt haben. Damit habe der Bankchef erreicht, dass die Anleger wieder mehr IKB-Aktien gekauft hätten und der Börsenkurs stabilisiert worden sei. Nur eine Woche später habe die IKB allerdings kurz vor der Insolvenz gestanden, zehn Tage später habe es erdrutschartige Kursverluste gegeben.


Untreue-Vorwurf gegen Ortseifen

Die Staatsanwaltschaft wirft Ortseifen zudem vor, 120.000 Euro aus dem Vermögen der IKB veruntreut zu haben. In drei Fällen habe er seine Dienstvilla auf Kosten der Bank umbauen lassen, ohne dass die Miete wegen des Mehrwertes angepasst worden wäre. Zudem habe der Ex-Bankchef hochwertige Lautsprecher gekauft und diese ohne Genehmigung über die Bank abgerechnet. Gegen zwei weitere Ex-Vorstandsmitglieder der IKB beantragte die Staatsanwaltschaft Strafbefehle wegen der Baumaßnahmen an Häusern.


Oberstaatsanwalt: "Maximal fahrlässiges Verhalten"

Die Staatsanwaltschaft war auch der Frage nachgegangen, ob der massive Kauf von hochspekulativen Immobilienpapieren als Untreue der IKB-Vorstandsmitglieder zu werten war. Dies wäre der Fall gewesen, wenn das Risiko so hoch gewesen wäre, dass es "mit den Pflichten des Geschäftsbetriebs nicht zu vereinbaren" gewesen wäre, sagte Oberstaatsanwalt Michael Marx-Manthey. Angesichts der zuvor hohen Gewinne aus den Geschäften sei das Vorgehen aber "maximal fahrlässiges Verhalten". Dies sei im Bereich der Untreue nicht strafbar.


Mehr Themen:
Managergehälter - Headhunter geißeln Gehaltsexzesse
Staatsbank - KfW muss Ex-Vorstand fast eine Million Euro zahlen
US-Milliardenbetrüger - Höchststrafe für Madoff
Leo Kirch - Erneute Niederlage gegen die Deutsche Bank

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal