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Porsche: Aus für Wendelin Wiedeking

Porsche  

Aus für Porsche-Chef Wiedeking

05.08.2009, 07:18 Uhr | mfu, dapd , t-online.de , dpa , dpa-AFX

Ära Wiedeking bei Porsche beendet (Foto: ddp)Ära Wiedeking bei Porsche beendet (Quelle: ddp) Der Machtkampf um Porsche ist entschieden: Der bisherige Vorstandschef Wendelin Wiedeking wird das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen. Zum Abschied erhält er eine millionenschwere Abfindung, von der er die Hälfte spenden will. Neben Wiedeking verlässt auch Finanzvorstand Holger Härter den Sportwagenbauer. Die schrittweise Übernahme von Porsche durch VW gilt nun als sicher.

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Wiedeking will Beitrag zur "Befriedung" leisten

Wiedeking und Härter seien "in den letzten Wochen zur Auffassung" gekommen, "dass es für die weitere strategische Entwicklung der Porsche SE und der Porsche AG besser sei, wenn sie als handelnde Personen künftig nicht mehr an Bord sind", hieß es in der Unternehmensmitteilung. "Sie möchten mit diesem Schritt einen wichtigen Beitrag zur Befriedung der Situation leisten und die Bemühungen um einen integrierten Automobilkonzern (mit Volkswagen) fördern". Wiedeking und Härter stünden dem Unternehmen auf Wunsch des Aufsichtsrats aber "weiterhin beratend zur Verfügung".

50 Millionen für Wiedeking

Wiedeking und Härter legen auch ihre Aufsichtsratsmandate bei VW und Audi nieder. Wiedeking soll eine Abfindung von 50 Millionen Euro erhalten, von der die Hälfte in eine soziale Stiftung geht. Sein Vertrag hatte eine Laufzeit bis 2012. Härter erhält 12,5 Millionen Euro. Zuvor war in Medienberichten von einer Rekordabfindung von rund 250 Millionen Euro für Wiedeking die Rede.

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Michael Macht neuer Porsche-Chef

Die spektakuläre Entlassung der beiden Vorstände folgte einer Marathonsitzung des Aufsichtsrats von Porsche. Der hatte seit gestern Abend getagt und die Weichen für die Rettung des hoch verschuldeten Sportwagenbauers gestellt. Nachfolger von Wiedeking bei der Porsche AG soll der bisherige Produktionsvorstand Michael Macht werden.

Aufsichtsrat beschließt Kapitalerhöhung

Nach dem Aus des Managers gilt es als sicher, dass VW den Sportwagenbauer schrittweise übernimmt und Porsche als zehnte Marke in den VW-Konzern eingegliedert wird. Porsche hat sich mit der Übernahme von knapp 51 Prozent von VW verhoben und gut zehn Milliarden Euro Schulden angehäuft. Die Milliardenschulden sollen zunächst durch eine Kapitalerhöhung von mindestens fünf Milliarden Euro sowie den Einstieg des Golfemirates Katar abgebaut werden.

Aufsichtsrat von VW trifft sich in Stuttgart

Das Thema Porsche steht auch auf der Agenda der heutigen Aufsichtsratssitzung von VW in Stuttgart. Zunächst tagte das Präsidium unter Leitung von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. Am frühen Nachmittag wird eine Stellungnahme des niedersächsischen CDU-Regierungschefs Christian Wulff erwartet. Wulff sitzt im VW-Aufsichtsrat, weil das Land gut 20 Prozent der VW-Aktien hält und durch das reformierte VW-Gesetz noch ein Vetorecht in allen wichtigen Fragen besitzt.

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Zustimmung von Autoexperte Diez

Autoexperten bewerten die jüngste Entwicklung bei Porsche und VW positiv: Für den Leiter des Instituts für Automobilforschung, Willi Diez, wird es beim Ringen um die Zukunft von Porsche und VW nur Sieger und keine Verlierer geben. Diez sagte im Deutschlandradio, mit der vom Aufsichtsrat beschlossenen Kapitalerhöhung sei Porsche nicht mehr in der schwachen Position wie zuvor. Porsche sei jetzt nicht mehr nur der Bittsteller, der Geld aus Wolfsburg brauche, sondern demonstriere, in den geplanten integrierten Automobilkonzern als gleichberechtigtes Mitglied eintreten zu wollen.

Wiedeking hätte Klima zwischen VW und Porsche belastet

"Es ist durchaus möglich, dass es zu einer Art Überkreuzbeteiligung kommt", sagte Diez. Die Trennung von Porsche-Chef Wiedeking nannte Diez "am Ende überraschend", weil dessen Konzept jetzt vom Aufsichtsrat umgesetzt worden sei. Die Kapitalerhöhung und der Einstieg des Emirates Katar trügen seine Handschrift. "Trotzdem tritt er zurück, und ich denke, das hängt natürlich sehr stark damit zusammen, dass seine Person die Gespräche zwischen VW und Porsche belastet hat", sagte der Automobilexperte.

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