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Werner Otto wird 100 Jahre alt

Versandhauskönig  

Werner Otto wird 100 Jahre alt

10.08.2009, 15:07 Uhr | lgs, dapd, t-online.de

Firmengründer Werner Otto (Foto: ddp) Der Anfang 1949 war bescheiden: 6000 Mark Startkapital, drei Mitarbeiter, zwei kleine Gebäude in Hamburg. "Werner Otto Versandhandel" hieß die Firma. Der Gründer und Chef war 40 Jahre alt, gelernter Kaufmann, verwundeter Obergefreiter und gescheiterter Schuhfabrikant. Mit Schere und Kleber bastelte die von der gescheiterter Otto-Schuhfabrik übriggebliebene Mannschaft 300 Versandkataloge: Auf 14 Seiten 28 Paar Schuhe. Es war der Start einer Erfolgsgeschichte. Heute ist die Otto-Group der größte Versand der Welt und Werner Otto Milliardär. Am 13. August wird er 100 Jahre alt.

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Kunden schätzten Vertrauen

Die 50er Jahre waren eine reine Erfolgsgeschichte für Otto und sein Unternehmen. Damals waren vor allem die Bürger auf dem Land von den großen Kaufhäusern in den Städten abgeschnitten. Da kam der Versandhandel gerade recht, und Werner Otto setzte sich schnell an die Spitze der Branche. Ottos Siegeszug beruhte vor allem auf drei Dingen: Die Hamburger waren nicht die billigsten, hielten aber immer die Qualität hoch. Otto führte als erster die Sammelbestellungen ein. Ein sogenannter Sammelbesteller nahm für mehrere Kunden aus der Familie oder Nachbarschaft die Bestellungen auf und bekam dafür fünf Prozent Rabatt. Außerdem verkaufte Otto als erster auf Rechnung. Die Kunden schätzten bald dieses Vertrauen.


Geschäft bald ausgebaut

Doch Otto erkannte, dass das Verschicken von Katalogen langfristig nicht reicht. Er gründete den Hermes-Versand, dessen hellblaue Lieferwagen die Waren bis in die entferntesten Dörfer bringen und der heute eine ernste Konkurrenz für die Post ist. Als erster Versandhandel nahm Otto Bestellungen per Telefon an. Der Mut zum Neuen zahlte sich aus: 1951 eine Million Mark Umsatz, 1953 fünf Millionen. 1958 setzte er 100 Millionen Mark um. Doch dem unternehmungslustigen Otto reichte das Versandgeschäft nicht. Er verkaufte Anfang der 60er Jahre 25 Prozent der Firma an die Essener WAZ-Gruppe und steckte das Geld in neue Projekte. Ende der 60er Jahre - die Führung des Versandes hatte ein angestellter Manager übernommen - gründete Werner Otto die Immobiliengesellschaft ECE. Die Firma baut und vermietet Einkaufszentren. Erst im Jahr 2008 kaufte die Familie Otto den WAZ-Anteil zurück.

Otto-Sohn führt Geschäfte

Heute ist ECE der wichtigste Bauträger von Shopping-Centern in Europa. Seit 2000 führt Otto-Sohn Alexander die Firma. Den Versand leitete über Jahrzehnte der älteste Sohn Michael, der inzwischen in den Aufsichtsrat gewechselt ist. Schon über 60, baute Werner Otto später noch Immobilienprojekte in Kanada und den USA auf.


Früh Fünf-Tage-Woche eingeführt

Der erfolgreiche Unternehmer zeigte sein Leben lang gesellschaftliche Verantwortung. Er führte früh und freiwillig die Fünf-Tage-Woche ein und wurde im großen Stil Spender. In Hamburg gab er Geld für moderne Behandlungsmethoden in der Kindermedizin, in seinem Geburtsort Seelow östlich von Berlin ließ er die Kirche restaurieren, in Berlin kaufte er dem Konzerthaus eine neue Bühne, in Hamburg beteiligte er sich an der Sanierung des Jungfernstieges, der berühmten Harvard-Universität in den USA bezahlte er ein Museum. Die Summe der Spenden liegt bei mehr als 20 Millionen Euro. Otto erhielt dafür zahlreiche Orden und Ehrentitel. Er lebt heute zurückgezogen mit seiner Frau Maren in Berlin. Die Stadt Berlin verleiht dem Ausnahmeunternehmer zum Geburtstag die Ehrenbürgerwürde.

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