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Anlagebetrug: Madoffs Ex-Finanzchef DiPascali ist geständig

Milliardenbetrug  

Madoffs Ex-Finanzchef DiPascali hat gestanden

12.08.2009, 15:32 Uhr | bv, dpa-AFX, AFP, dpa, t-online.de

Betrüger Bernard L. Madoff - jetzt hat auch Komplize Frank DiPascali gestanden (Foto: imago)Betrüger Bernard Madoff - jetzt hat auch ein Komplize gestanden (Foto: imago) Der Finanzchef des früheren Star-Investors Bernard L. Madoff hat seine Beteiligung am größten Betrugsfall der Wirtschaftsgeschichte gestanden. "Fakt ist, dass Bernie Madoff es wusste, dass ich es wusste und auch andere Leute es wussten", sagte die ehemalige rechte Hand des Milliardenbetrügers, Frank DiPascali, vor einem Bundesgericht in New York: "Alles war erfunden, reine Fiktion." Der 52-Jährige bekannte sich schuldig und erklärte sich zur Zusammenarbeit mit den Behörden bereit.

Bis zu 125 Jahre Haft in Aussicht

DiPascalis Anklage umfasst zehn Punkte, darunter Verschwörung. Ihm drohen bis zu 125 Jahre Gefängnis. DiPascali sprach ausdrücklich von weiteren Mitwissern und entschuldigte sich bei den Opfern und seiner Familie: "Es tut mir sehr, sehr, sehr leid", sagte er laut US-Medien. Richter Richard Sullivan schickte ihn umgehend in Handschellen in Untersuchungshaft. Damit lehnte das Gericht einen Antrag auf Freilassung bis zum Urteilsspruch gegen eine Millionen-Kaution vorerst ab.



Madoff bekam 150 Jahre Gefängnis

Ex-Broker Bernard Madoff hatte bisher stets betont, allein gehandelt zu haben - eine weitere große Lüge, wie sich nun herausstellte. Deshalb wird nun mehr denn je über die Beteiligung weiterer Mitarbeiter oder Familienmitglieder spekuliert. Der 71-Jährige war Ende Juni zur Höchststrafe von 150 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Mit einem jahrelangen 65 Milliarden Dollar (46 Milliarden Euro) schweren Schneeball-System hatte er weltweit tausende Anleger geschädigt.

Betrug, Geldwäsche, gefälschte Buchführung

DiPascali bekannte sich auch des Betrugs, der gefälschten Buchführung, Geldwäsche und anderen Anklagepunkten schuldig. Die Höchststrafen für die Verbrechen erreichen jeweils bis zu 20 Jahre Gefängnis sowie Einzel-Geldstrafen von bis zu einer halben Million Dollar.

Haft-Rabatt für DiPascali möglich

Bei Madoff waren mehrere Maximalstrafen addiert worden. DiPascali kann wegen seiner Bereitschaft zur Kooperation mit den Behörden auf eine Erleichterung hoffen. Das Urteil ist vorläufig für Mai nächsten Jahres angesetzt. Dann soll DiPascalis Kooperation bewertet werden.

Ermittler erhoffen sich weitere Details

Von dem geständigen Manager erwarten sich die Ermittler die Namen von möglichen weiteren Komplizen. DiPascali sagte, er selbst und "andere Leute" wussten, dass es die behaupteten Aktiengeschäfte gar nicht gegeben habe. Madoff hatte die angeblichen Gewinne stets mit dem Geld neuer Opfer bezahlt.

Was wissen die anderen Beteiligten?

Neben Madoff und DiPascali wird bislang noch der frühere externe Buchprüfer der Firma, David Friehling, von den Ermittlern belastet. Er bestreitet die Vorwürfe aber. Offen ist, wie viel Madoffs Familie von dem Verbrechen wusste - etwa seine Frau Ruth (68). Madoffs zwei Söhne und sein Bruder Peter waren ebenfalls in dessen Firma im New Yorker Stadtteil Manhattan beschäftigt, wollen aber nichts geahnt haben. Die Söhne hatten im Dezember 2008 die Polizei verständigt, nachdem ihnen der Vater alles offenbart haben soll.

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