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WestLB: Ex-Chef Poullain rechnet mit Bankern ab

Banker in der Kritik  

Ex-WestLB-Chef Poullain rechnet mit Bankern ab

23.12.2009, 17:44 Uhr | AP, dpa-AFX, dpa-AFX, dapd, t-online.de

Ludwig Poullain führte die WestLB von ihrer Gründung 1969 bis 1977. (Foto: dpa)Ludwig Poullain führte die WestLB von ihrer Gründung 1969 bis 1977. (Foto: dpa) Seit der Finanzkrise stehen vieler Banker in der Schusslinie. Auch in den eigenen Reihen sorgt das Verhalten der Topmanager für Kritik: Ludwig Poullain, ehemaliger Vorstandschef der WestLB, hat das Vertrauen in seine Bankiers-Kollegen verloren. "Ich traue denen alles zu, aber ich vertraue ihnen nicht mehr", sagte Poullain dem "Handelsblatt". Banken seien von Dienstleistern zu Produzenten geworden, die sich vor allem mit virtuellen Geschäften und Produkten befassten. Das sei eine wichtige Ursache für die Finanzkrise.

Mitverantwortung für Wirtschaftskrise

Die Banker hätten die Freiheit des Marktes missbraucht, rügte der Ex-Banker dem Bericht zufolge. Nach Einschätzung von Poullain fällt es vielen Bankern schwer, sich ihrer Mitverantwortung für die Wirtschaftskrise zu stellen: "Der Begriff der Moral in unserer Gesellschaft wird unscharf, und mein Berufsstand ist da besonders gefährdet."



Poullain rügt Zickzackkurs von Ackermann

Auch die Sprunghaftigkeit mancher Spitzenbanker seiht Poullain kritisch: "Einem Herrn Ackermann zum Beispiel wird der Bürger nie Vertrauen schenken können, allein schon wegen seines Zickzackkurses." Mal lasse der Deutsche-Bank-Chef Banken wie die IKB oder die Hypo Real Estate mit Staatsgeld retten, ein anderes Mal sage er, er würde sich schämen, selbst Steuergelder anzunehmen.

Wenig Mitleid für Privatanleger

Für Poullain trägt allerdings auch die Gesellschaft als Ganze Mitschuld an der Finanzkrise. "Auch viele Kleinsparer wollten sich ja mit herkömmlichen Renditen nicht zufrieden geben", sagte Poullain. Privatanleger, die etwa mit Lehman-Zertifikaten ihr Erspartes verloren haben, seien selbst daran schuld. "Die Finanzkrise kommt aus der Mitte der Gesellschaft."

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