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Managerabfindungen erreichten 2009 neue Rekordhöhen

Trotz Krise  

Abfindungen erreichten 2009 neue Rekordhöhen

28.12.2009, 08:57 Uhr | AP, dapd , t-online.de

Porsche-Chef Wiedeking erhielt bei seinem Abgang 50 Millionen Euro (Foto: imago)Porsche-Chef Wiedeking erhielt bei seinem Abgang 50 Millionen Euro (Foto: imago) Deutschlands Unternehmen haben im Krisenjahr 2009 die Gürtel enger schnallen müssen. Hunderttausende Kurzarbeiter spürten die Wirtschaftsflaute schmerzhaft im Portemonnaie. Doch an einer Gruppe scheint die Krise finanziell fast spurlos vorbeigegangen zu sein: Die Abfindungen ausscheidender Manager erreichten 2009 hierzulande trotz Krise neue Rekordhöhen. Die höchste Abfindung erhielt der langjährige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking.

Wiedeking erhielt 50 Millionen Euro

Der scheidende Porsche-Chef erhielt bei seinem Abgang die Rekordsumme von 50 Millionen Euro, von der allerdings die Hälfte an eine soziale Stiftung floss. Für manche Kritiker ist die Abfindung trotzdem ein Ärgernis. In den 17 Jahren seiner Amtszeit machte Wiedeking zwar den Sportwagenhersteller vom Pleitekandidaten zu einem der lukrativsten Autobauer der Welt. Doch dann übernahm er sich bei dem Versuch, den viel größeren Volkswagen-Konzern zu schlucken. Milliardenschulden drohten das Familienunternehmen plötzlich zu erdrücken. Porsche musste sich unter das Dach von VW flüchten, statt den Konzern zu übernehmen und Wiedeking verlor seinen Job.



Schleudersitz mit goldenem Fallschirm

Das Jahr 2009 zeigte deutlich wie selten: Der Chefsessel ist häufig genug ein Schleudersitz für Manager. Doch es ist in aller Regel ein Schleudersitz mit einem goldenen Fallschirm. Für Schlagzeilen sorgte in dem Zusammenhang die Abfindung für Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick. Der Manager wurde nach nur sechs Monaten Arbeit mit 15 Millionen Euro ausgezahlt. Der frühere Telekom-Finanzvorstand übernahm im März den Chefsessel bei dem ums Überleben kämpfenden Touristik- und Handelskonzern Arcandor. Doch seine Hoffnungen, das angeschlagenen Unternehmen in letzter Minute retten zu können, erfüllten sich nicht. Inzwischen ist der insolvente Konzern zerschlagen worden. Tausende Beschäftigte erhielten bereits die Kündigung.

15 Millionen Euro Abfindung nach sechs Monaten Arbeit

Eick hatte sich von Arcandor-Großaktionär Sal. Oppenheim schon vor Amtsantritt auch für den Fall einer Pleite eine Abfindung von 15-Millionen-Euro garantieren lassen. Das sorgte für Empörung sogar bei Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie habe absolut kein Verständnis dafür, "wenn jemand, der ein insolventes Unternehmen leitet, für sechs Monate Arbeit das gesamte Gehalt für fünf Jahre bekommt", schimpfte die CDU-Politikerin.

Eick rechtfertigt Millionen-Abfindung

Eick verteidigte dagegen seinen goldenen Fallschirm. Schließlich habe er für den riskanten Job bei Arcandor einen sicheren Posten bei der Telekom aufgegeben. "Ich bin nicht gierig, aber ich bin auch nicht blöd", meinte der Manager. Eick kündigte an, er wolle bis zu einem Drittel der Abfindung für die Arcandor-Mitarbeiter spenden, "um soziale Härten wegen der Insolvenz abzufedern".

Hohe Abfindung für Conti-Chef

Neben Eick und Wiedeking konnten sich auch andere Topmanager über üppige Abfindungen freuen. Der Chef des Autozulieferers Conti Karl-Thomas Neumann erhielt nach elfmonatiger Amtszeit eine Abfindung von 7,4 Millionen Euro, als er wegen der Übernahme des Konzerns durch den Konkurrenten Schaeffler im August seinen Hut nehmen musste. Nur drei Monate später hatte er schon einen neuen Topjob als Konzernbeauftragter für Elektroautos bei VW.

WestLB-Chef Hilgert verzichtete auf Ansprüche

Dass es auch anders geht, zeigte im Mai der Chef der angeschlagenen WestLB in Düsseldorf. Nach nur einem Jahr trat der Manager der drittgrößten deutschen Landesbank zurück, weil er nach eigenen Worten für die nötigen Sanierungsschritte, "nicht die erforderliche wirtschaftliche Unterstützung der maßgeblichen Eigentümer der Bank" erhalten habe. Bei seinem Rücktritt verzichtete der Manager ausdrücklich auf "sämtliche zukünftigen Gehaltszahlungen und Pensionsansprüche".

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