Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere > Arbeitslosigkeit > Hartz IV >

Städtetag warnt vor Überlastung der Jobcenter

Hartz IV  

Städtetag warnt vor Überlastung der Jobcenter

01.03.2010, 11:47 Uhr | dpa, dpa, t-online.de

. Jobcenter bieten schon heute öffentlich geförderte Beschäftigung an (Foto: dpa)

Jobcenter bieten schon heute öffentlich geförderte Beschäftigung an (Foto: dpa)

In der Diskussion über gemeinnützige Arbeit von Hartz-IV-Empfängern hat der Deutsche Städtetag vor einer Überforderung der Jobcenter gewarnt. Schon heute würden Arbeitsagenturen und Kommunen in großem Umfang öffentlich geförderte Beschäftigung anbieten, sagte Hauptgeschäftsführer Stephan Articus der "Saarbrücker Zeitung". "Dieses Volumen lässt sich vielleicht noch etwas erhöhen, aber nicht beliebig ausweiten." Etwa 350.000 Langzeitarbeitslose seien laufend in gemeinnützigen Ein-Euro-Jobs tätig.

Kritik an Westerwelles Aussagen

Der wegen seiner Äußerungen zur Zukunft des Sozialstaats scharf kritisierte FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hatte am Wochenende gefordert, Hartz-IV-Empfänger für gemeinnützige Arbeiten wie Schneeschippen heranzuziehen. Dies war bei der Union auf Kritik gestoßen. Die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) sagte, Westerwelle produziere nur "heiße Luft". "Schön, dass jetzt auch Herr Westerwelle das Gesetz gelesen hat. Hartz-IV-Empfänger haben jedes Arbeitsangebot anzunehmen, ansonsten folgen Sanktionen", sagte sie der "Thüringer Allgemeinen".

"Meister der Wichtigtuerei"

Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) kritisierte den FDP-Vorsitzenden derweil als "Meister der Wichtigtuerei". Westerwelle irre, wenn er in der Hartz-IV-Debatte von anstrengungslosem Wohlstand und spätrömischer Dekadenz spreche, sagte Schmidt am Montagabend in der ARD-Sendung "Beckmann". Denn niemand habe der Bevölkerung Wohlstand versprochen, für den man nicht arbeiten müsse. Westerwelle hatte die Debatte nach dem Urteil des Verfassungsgerichts zu höheren Hartz-IV-Regelsätzen angestoßen.

Gabriel: Jobs bei den Kommunen schaffen

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sprach sich dafür aus, dass Kommunen Arbeitsgelegenheiten für Langzeitarbeitslose schaffen. "Wir benötigen ein Konzept für öffentlich verantwortete Beschäftigung für diejenigen, die keine reguläre Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt finden", sagte er den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". Die Kommunen könnten jedoch nur Arbeitsgelegenheiten bieten, wenn sie über das nötige Geld verfügten. Voraussetzung sei, dass die schwarz- gelbe Bundesregierung von ihren Steuerplänen abrücke. "Sie zerstören jede finanzielle Grundlage für Städte und Kommunen." Zudem sprach sich Gabriel für die Einführung der Sonderbedarfe für Kinder von Hartz-IV-Empfängern aus.

Kostenlose Leistungen Hartz-IV-Kinder

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund schlug Teilhabepakete für Kinder aus Hartz-IV-Familien vor. "Das wäre besser und zielführender als die Erhöhung der Regelsätze", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Eltern sollten über das Jobcenter für ihr Kind einen Stadtausweis erhalten, der bestimmte kostenlose Leistungen wie die Mitgliedschaft in einem Sportverein, die Nutzung von öffentlichen Bibliotheken oder den vergünstigten Eintritt für Schwimmbäder und Museen enthalte.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere > Arbeitslosigkeit > Hartz IV

    shopping-portal