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Arbeitsplätze: Familienministerin droht Wirtschaft mit Frauenquote

Arbeitsplätze  

Familienministerin droht Wirtschaft mit Frauenquote

14.06.2010, 13:45 Uhr | AFP, AFP

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) will die Unternehmen hierzulande zu mehr Frauenförderung zwingen. Zusammen mit Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) will sie ein Gesetz vorlegen, das den Firmen vorschreibt, auf der Führungsebene eine eigene Frauenquote festzulegen und zu veröffentlichen, wie sie dem "Handelsblatt" vom Montag sagte. Diese so genannte verbindliche Berichtspflicht sei im Koalitionsvertrag vereinbart und solle "so schnell wie möglich" kommen. Sie wünsche sich einen Frauenanteil von im Schnitt 20 Prozent im Jahr 2015, sagte Schröder, "und ich halte das auch für machbar".

Betriebe geben Frauenquote oft nicht bekannt

Mit Einführung der verbindlichen Berichtspflicht würden Firmen, die keine Frauenquote veröffentlichen, gegen das Gesetz verstoßen, schreibt das "Handelsblatt"; die Selbstverpflichtung werde so zum Zwang. "Breitere Berichts- und Transparenzpflichten können Öffentlichkeit herstellen und Debatten auslösen", sagte Schröder der Zeitung.

Mehr Frauen in den Führungsetagen


Die Deutsche Telekom hatte im März als erster großer börsennotierter Konzern freiwillig eine Frauenquote eingeführt. Bis Ende 2015 sollen 30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen im Konzern mit Frauen besetzt sein. Die Regierungskommission für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) verlangt in ihrem Kodex, dass Firmen Frauen "angemessen" berücksichtigen. Schröder lobte die "stetige Verbesserung" in der Wirtschaft. "Aber wir brauchen eine ständige Veränderung in die richtige Richtung." Eine gesetzlich vorgeschriebene Quote will sie aber nicht einführen: "Das Beste an einer angedrohten Quote ist, dass sie wie ein Damoklesschwert wirkt."

"Wirtschaft muss mitmachen"

Die Familienministerin wies Kritik zurück, die Politik sei schuld am niedrigen Frauenanteil in den Führungsetagen der Unternehmen, da über Jahrzehnte kaum Kinderbetreuung angeboten worden sei. "Wir haben mächtig zugelegt: Das ist ja gerade einer der Gründe, warum ich so für den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab 2013 kämpfe." Damit falle diese Ausrede für die Firmen weg. Die Wirtschaft müsse jetzt auch mitmachen, appellierte Schröder.

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