Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere >

Middelhoff erwägt Klage gegen Bertelsmann-Chronik

Firmenchronik  

Middelhoff erwägt Klage gegen Bertelsmann-Chronik

29.09.2010, 09:57 Uhr | dpa, dpa

Middelhoff erwägt Klage gegen Bertelsmann-Chronik . Ex Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff (Foto: imago)

Ex Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff (Foto: imago)

Unternehmer Thomas Middelhoff erwägt eine Klage gegen die neue Firmenchronik seines ehemaligen Arbeitgebers Bertelsmann. Er prüfe "die Vor- und Nachteile rechtlicher Schritte", sagte der frühere Vorstandsvorsitzende Middelhoff dem "Handelsblatt". Auch im "Westfalen-Blatt" hatte er von einem "Versuch der Legendenbildung in der Geschichte des Hauses Bertelsmann" gesprochen. Er stand von 1998 bis 2002 an der Spitze des Konzerns aus Gütersloh.

In einer neuen Festschrift zum 175. Jubiläum des größten europäischen Medienkonzerns hatte Wirtschaftshistoriker Hartmut Berghoff auch über Middelhoff geschrieben. Darin zeichnet der Autor ein ambivalentes Bild des damaligen Spitzenmanagers. Vom Kauf von RTL profitiere der Konzern etwa noch heute. Berghoff spricht aber auch von gravierenden strategischen Fehleinschätzungen. Er schildert, dass Middelhoff den inzwischen verstorbenen Bertelsmann-Patriarchen Reinhard Mohn bedrängt habe, einer Fusion von AOL und Bertelsmann über Aktientausch zuzustimmen. Demnach "holte er sich prompt eine Absage, und der Plan wurde gar nicht erst dem Vorstand vorgelegt". Bertelsmann sei das "AOL-Time-Warner-Desaster" erspart geblieben.

Middelhof weist Darstellung zurück

Im "Handelsblatt" wies Middelhoff diese Darstellung zurück. "Eine Fusion von Bertelsmann mit AOL beziehungsweise mit AOL Time Warner hatte ich keineswegs aktiv betrieben", unterstrich der Manager.

Bertelsmann verwies auf die Unabhängigkeit der Chronik-Autoren. "Bertelsmann respektiert die in der Anthologie vorgenommene externe und unabhängige Bewertung durch Prof. Berghoff", sagte ein Konzernsprecher in Gütersloh. "Die Autoren der Anthologie sind renommierte, unabhängige Wissenschaftler und Publizisten. Sie waren frei, im Rahmen der Gesamtkonzeption des Buches einen objektiven Blick auf ihren thematischen Gegenstand zu werfen." Im Ergebnis liege "ein fachlich fundiertes Werk" vor, das auch kritische Stimmen zulasse.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal