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Léo Apotheker wird Chef des weltgrößten Computerbauers HP

Léo Apotheker wird Chef von HP

04.10.2010, 13:35 Uhr | AFP, AFP, dapd, t-online.de

Léo Apotheker wird Chef des weltgrößten Computerbauers HP. Léo Apotheker wird neuer Chef von Hewlett-Packard (Foto: imago)

Léo Apotheker wird neuer Chef von Hewlett-Packard (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Als Vorstandchef war er zuletzt zwar gescheitert, doch seine 20-jährige Erfahrung in einem internationalen Softwarekonzern zählt offenbar mehr: Der frühere SAP-Chef Léo Apotheker steigt am 1. November an die Spitze des weltweit größten Computerbauers Hewlett Packard (HP) auf. Der als direkt geltende deutsche Manager soll das Unternehmen im hart umkämpften Computermarkt neu ausrichten und helfen, das Angebot auch um Software und Dienstleistungen zu erweitern.

Der heute 57-jährige Apotheker wurde zwar in Aachen geboren, doch schon immer zog es ihn in die weite Welt. Der Mann mit den markanten schwarzen Augenbrauen spricht fünf Sprachen fließend, er studierte Wirtschaft und Internationale Beziehungen an der Hebräischen Universität in Jerusalem. 2007 wurde er wegen seiner Leistungen für die französische Wirtschaft in die französische Ehrenlegion aufgenommen.

Karrierestart in der Provinz

1988 aber ging Apotheker in die deutsche Provinz: zum weltweit erfolgreichen Softwarehersteller SAP mit Sitz im baden-württembergischen Walldorf. 20 Jahre war er insgesamt für die Firma tätig, die Software für Geschäftsprozesse in Unternehmen entwickelt. 1992 gründete er zwar zwischendurch die Risikokapital-Firma ECsoft BV, die er bis 1994 leitete. Doch dann kehrte er wieder zu SAP zurück - blieb aber nicht in der Provinz: Apotheker gründete SAP Frankreich und SAP Belgien und leitete unter anderem die Geschäfte in Europa, im Nahen Osten, in Afrika und in Nordamerika.

Von 2002 bis 2010 war Apotheker Vorstandsmitglied bei SAP. Im Mai 2009 übernahm er die alleinige Führung des Unternehmens, doch schon im Februar dieses Jahres musste er gehen. "Er war bei den Angestellten nie beliebt", hieß es damals aus Unternehmenskreisen. Apotheker war häufig wegen seiner "steifen und direkten" Art kritisiert worden. 2009 hatte er darüber hinaus bei SAP 3000 Stellen abgebaut, um Kosten zu sparen.

Gründe für SAP-Abschied offiziell ungeklärt

Warum er im Februar überraschend aus dem Unternehmen ausscheiden musste, ist offiziell nicht geklärt. Einer der Gründer der SAP-Gruppe, Hasso Plattner, hatte erklärt, es habe keinerlei Differenzen zwischen ihm und Apotheker gegeben. Der Vorstandchef habe jedoch den Preis für Fehler bei der verunglückten Preispolitik zahlen müssen, die SAP-Kunden auf die Palme getrieben hatte.

Ab November wird Apotheker nun wieder an der Spitze eines globalen Unternehmens stehen. Dort folgt er auf Mark Hurd, der das Unternehmen im August 2009 wegen einer Beziehung zu einer Mitarbeiterin und angeblich frisierter Spesenabrechnungen verlassen musste. Hurd wechselte inzwischen pikanterweise zum Software-Riesen Oracle - dem härtesten Konkurrenten von SAP.

Viel Lob für neuen Arbeitgeber

Apotheker erklärte, er sei "zutiefst geehrt, mich bei den mehr als 300.000 HP-Beschäftigten einreihen zu dürfen". Er freue sich darauf, "mit den herausragenden Menschen zu arbeiten, um das nächste Kapitel der langen und stolzen Unternehmensgeschichte zu schreiben". Er schätze an HP die "breit gefächerten Produkte und Dienstleistungen, sowie seine finanzielle Stärke und die Führungsposition auf den Märkten". Kein anderes Unternehmen sei so gut positioniert, um "den derzeitigen revolutionären Wandel auf dem Markt voranzutreiben - und davon zu profitieren".

HP-Verwaltungsrat Robert Ryan lobte Apotheker als "strategischen Denker mit einer Leidenschaft für Technologie, einer weit reichenden internationalen Erfahrung und erwiesener Durchsetzungskraft". Bei SAP sei Apotheker "die treibende Kraft" gewesen, die das Unternehmen zu ihrer heutigen Größe gebracht habe, erklärte Ryan. HP will weiter expandieren, besonders in den stark wachsenden Schwellenländern. Apothekers internationale Aufgeschlossenheit und Erfahrung im weltweiten Geschäft von SAP können dem IT-Unternehmen dabei helfen.

Ordentliches Vergütungspaket

Apotheker soll ein Jahresgehalt von 1,2 Millionen Dollar (knapp 879.000 Euro) bekommen. Hinzu kommen eine Prämie von vier Millionen Dollar für das Unterschreiben des Vertrags, ein Umzugszuschuss von 4,6 Millionen Dollar und eine Bonifikation in HP-Aktien. Zusätzlich soll er einen leistungsbezogenen Bonus von mindestens 2,4 Millionen Dollar für das im November beginnende Geschäftsjahr erhalten. Sollte er bestimmte Ertragsziele erreichen, könnte ihm sogar eine Leistungsprämie winken, die bis zu fünfmal so hoch ist wie sein Jahresgehalt, gab HP bekannt.

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