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Mindestlohn: Ungewöhnliche Töne von Arbeitgeberpräsident Hundt

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Zeitarbeit  

Arbeitgeberpräsident will Mindestlohn

30.10.2010, 16:37 Uhr | dapd, AFP, mash, AFP, t-online.de, dapd

Mindestlohn: Ungewöhnliche Töne von Arbeitgeberpräsident Hundt. Dieter Hundt, Arbeitgeberpräsident, fordert einen Mindestlohn (Foto: dpa)

Dieter Hundt, Arbeitgeberpräsident, fordert einen Mindestlohn (Foto: dpa)

Ungewöhnliche Töne von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt: Er wirbt für einen gesetzlich geregelten Mindestlohn - für ausländische Zeitarbeiter, die in Deutschland tätig werden möchten. Das sagte er der Zeitschrift "Super Illu". Hundt fürchtet, dass es sonst zu einem Lohndumping kommen könnte: Es gehe nicht um neue tarifliche Lohnuntergrenzen, sondern darum, die für deutsche Zeitarbeitsunternehmen geltenden Mindestlöhne auf ausländische Wettbewerber zu übertragen.

Ab 2011 dürfen osteuropäische Zeitarbeitsfirmen Personal anbieten

"Das ist eine Aufgabe, der sich die FDP nicht verweigern sollte", sagte Hundt. Hintergrund ist die ab Frühjahr 2011 geltende Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus Osteuropa. "In den östlichen Nachbarländern gibt es Zeitarbeitsunternehmen, die mit Tarifverträgen von 4,80 Euro pro Stunde beabsichtigen, ab Mai 2011 in Deutschland aktiv zu werden", sagte Hundt weiter. "Das ist nicht akzeptabel."

Am 1. Mai 2011 fallen die Grenzen für den Zugang von Arbeitskräften aus den osteuropäischen EU-Beitrittsstaaten. Ohne gesetzliche Regelung könnten Leiharbeiter etwa aus Polen oder Tschechien dann in Deutschland zu den Tarifbedingungen ihres Heimatlandes arbeiten. In Deutschland bekommen Leiharbeiter ab Mai mindestens 7,79 Euro pro Stunde in Westdeutschland und mindestens 6,89 Euro in Ostdeutschland.

Billige Leiharbeiter diskreditieren lokale Zeitarbeit

Gleichzeitig äußerte er volles Verständnis dafür, dass die FDP neue Mindestlöhne ablehne. Hundt warnte, schon wenn nur wenige hundert billige Leiharbeiter nach Deutschland kämen, würde dies die Zeitarbeit hier diskreditieren. Deshalb sollten die inzwischen flächendeckend gültigen tariflichen Lohnuntergrenzen ins Entsendegesetz aufgenommen werden, forderte der Präsident der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände. Dann wären die Mindestlöhne auch für ausländische Unternehmen verbindlich.

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