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Anlagebetrug: Knast für Kaviar-Kriminellen

Urteil  

Knast für Kaviar-Kriminellen

16.12.2010, 12:28 Uhr | dpa-AFX, dpa-AFX

Anlagebetrug: Knast für Kaviar-Kriminellen . Der Millionenbetrug mit Kaviar flog auf (Foto: imago)

Der Millionenbetrug mit Kaviar flog auf (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Kaviar ist seit jeher ein Symbol für Luxus und Reichtum. Doch auf der Suche nach Reichtum fielen viele Aktionäre auf den Schwindel eines Düsseldorfer Unternehmers herein. Nun wurde Frank Schaefer (55) wegen besonders schweren Betrugs schuldig gesprochen und zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Der Düsseldorfer hatte mit der Kaviarzucht in Mecklenburg-Vorpommern noch bis 2008 Anlegergelder eingeworben, obwohl die Firma bereits Ende 2005 pleite war. 662 deutsche Anleger verloren 13,5 Millionen Euro.

Aktionäre gehen leer aus

Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft beantragt. Aktionärsvertreter Moritz Wolf zeigte sich über das Urteil "entsetzt". Der tatsächliche Gesamtschaden liege bei fast 80 Millionen Euro. "Die Aktionäre sehen keinen Cent." Skandalös sei, dass nach den verschwundenen Millionen nicht gefahndet werde. Allein über seine offiziellen Chef-Bezüge habe Schaefer drei Millionen Euro aus dem Unternehmen gezogen.

"Keine nennenswerten Einnahmen"

Das Kapital von Caviar Creator sei Ende 2005 aufgebraucht gewesen, sagte Richterin Pascale Wierum. Den monatlichen Kosten von 200.000 Euro hätten "keine nennenswerten Einnahmen entgegengestanden". Dennoch habe Schaefer "den Eindruck eines florierenden Unternehmens vermittelt und unrealistische Expansionspläne verkündet". So habe er den Anlegern für das Jahr 2007 "bei zurückhaltender Prognose" eine Ernte von 8,5 Tonnen Kaviar in Aussicht gestellt. Tatsächlich seien es 0,7 Tonnen gewesen. Der angebliche Einstieg von Großinvestoren habe nie bevorgestanden.

Geständnis wirkte strafmildernd

Insgesamt soll die Firma Caviar Creator von 2002 an bei rund 5000 Anlegern mehr als 50 Millionen Euro Kapital über den vorbörslichen Verkauf von Wertpapieren eingeworben haben. Bis Ende 2005 soll das Geld auch ordnungsgemäß investiert worden sein. Strafmildernd wertete das Gericht Schaefers Geständnis. Dessen Haftbefehl wurde am Mittwoch außer Vollzug gesetzt. Er kann seine Reststrafe nach Weihnachten antreten, darf aber Deutschland nicht verlassen und nicht in seine Wahlheimat Las Vegas reisen.

Anleger witterten großes Geschäft

Schaefer hatte Aktionärsvorwürfe bestritten, wonach er sich an den Anlegergeldern bereichert habe. Dafür, so Anwalt Joachim Allbert, hätten umfangreiche Ermittlungen der Finanzbehörden keinerlei Hinweise gefunden. Schaefer war im vergangenem November in den USA festgenommen und im Februar dieses Jahres an die deutsche Justiz ausgeliefert worden. Der Kaufmann hatte über ein Firmengeflecht mit Unternehmen in Gibraltar und Las Vegas geherrscht, zu dem auch eine Anlage in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 200.000 Stören gehörte. Weil der Beluga-Kaviar in Russland durch Umweltzerstörung und Überfischung immer seltener wird, witterten die Anleger das große Geschäft mit dem "schwarzen Gold".

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