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Umstrittene Pharmalobbyistin muss gehen

Cornelia Yzer  

Umstrittene Pharmalobbyistin muss gehen

11.02.2011, 18:45 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

Umstrittene Pharmalobbyistin muss gehen. Cornelia Yzer (Foto: dpa)

Cornelia Yzer (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Paukenschlag bei einem der mächtigsten Berliner Lobbyistenverbände: Die langjährige Geschäftsführerin des Pharmaverbandes vfa, Cornelia Yzer, hört Anfang Juni auf - nach Informationen von Spiegel Online allerdings nicht freiwillig.

Die Nachricht klingt wie eine ganz normale Personalie: Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (vfa), verlässt die Lobbyvereinigung der Pharmaindustrie zum 1. Juni 2011 - offiziell, "um sich einer neuen beruflichen Aufgabe zu stellen". Dies teilten der vfa-Vorsitzende Wolfgang Plischke und Yzer am Donnerstag mit.

Die 49-Jährige wird in einer wohlwollenden Pressemitteilung unter anderem mit den Worten zitiert: "Nach 15 arbeitsintensiven und spannenden Jahren in einer Branche, deren Arbeit wie kaum eine andere unmittelbar den Menschen hilft, will ich mich nun einer neuen Herausforderung stellen."

Und weiter: "Eine so lange Zeit diesen bedeutenden Wirtschaftsverband geleitet zu haben, erfüllt mich ebenso mit Dankbarkeit wie das große Vertrauen, das mir der Verband und seine Mitgliedsfirmen stets entgegen gebracht haben. Gleichzeitig freue ich mich nun darauf, mich einer neuen beruflichen Aufgabe zu widmen."

"Einen Fehler nach dem anderen gemacht"

Nach Spiegel-Online-Informationen könnte Yzer zum europäischen Pharmaverband EFPIA wechseln. Und damit wird die Personalie richtig interessant. Denn ein Karrieresprung wäre der Wechsel von Berlin und Brüssel nicht. Ein hochrangiger Vertreter eines Pharmakonzerns sagt: "Sie würde weggelobt."

Unabhängig davon, wo Yzer in Zukunft arbeiten wird, ist ihr Abgang wohl nicht gerade eine freiwillige Entscheidung. Die einflussreichen Mitgliedsunternehmen des vfa - unter anderem so mächtige Konzerne wie Bayer - waren mit der Arbeit der ehemaligen Staatssekretärin zuletzt unzufrieden. Die Firmen lasten der früheren CDU-Politikerin vor allem an, dass sie das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) völlig falsch eingeschätzt habe.

So wird Yzer in der Branche vorgeworfen, sie habe geglaubt, mit Amtsantritt der schwarz-gelben Koalition würden für die Pharmaindustrie noch goldenere Zeiten anbrechen. Stattdessen reformierte Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) den Medikamentenmarkt radikal. Die Firmen mussten einen Zwangsrabatt auf Arzneien zugunsten der Krankenversicherung akzeptieren und müssen künftig die Preise für neue innovative Medikamente mit den Kassen aushandeln.

Der Einfluss des vfa war im Gesetzgebungsverfahren eher bescheiden. "Yzer hat einen Fehler nach dem anderen gemacht. Es war unvorstellbar, dass sie das AMNOG überlebt", sagt ein Insider.

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