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Weber vermisste Rückhalt von Euro-Regierungen

Bundesbank-Abgang  

Weber vermisste Rückhalt von Euro-Regierungen

14.02.2011, 11:34 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online, t-online.de

. Axel Weber erklärt, warum er nicht EZB-Chef werden will (Foto: dpa)

Axel Weber erklärt, warum er nicht EZB-Chef werden will (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Bundesbank-Präsident Axel Weber hat zum ersten Mal begründet, warum er nicht EZB-Präsident werden will. Im "Spiegel" verriet er, durch seine Minderheitsmeinung in finanzpolitischen Fragen habe er an Rückhalt in der Politik verloren. Seine berufliche Zukunft ließ Weber offen.

Weber in der Minderheit

Dem Präsidenten komme eine Sonderstellung zu, sagte er dem "Spiegel". "Wenn er jedoch zu wichtigen Fragen eine Minderheitsmeinung vertritt, leidet die Glaubwürdigkeit dieses Amts." Er habe bei einigen wichtigen Entscheidungen in den vergangenen zwölf Monaten klare Positionen bezogen. "Die Positionen mögen für die Akzeptanz meiner Person bei einigen Regierungen nicht immer förderlich gewesen sein", so Weber. Seither sei seine Überzeugung gereift, dass er das Amt des EZB-Präsidenten nicht anstrebe.

"Beschluss seit Januar gereift"

Bereits im Herbst habe er der Regierung signalisiert, "dass für mich mehrere berufliche Optionen bestehen. Wichtig war mir, frei zu entscheiden, was ich machen werde". Im Januar habe er darüber mit der Bundeskanzlerin gesprochen. Es habe keine Festlegung auf eine Kandidatur gegeben, sondern die Vereinbarung, im März noch einmal ein Gespräch darüber zu führen. "Seit Januar ist dann mein Entschluss gereift."

Interne Quelle plauderte Rücktritt zu früh aus

Über seine Entscheidung habe er - "wie es in einer unabhängigen Institution üblich ist" - als Erstes seine Vorstandskollegen in der Bundesbank informiert. Das Gespräch sei durch eine Indiskretion an die Öffentlichkeit gekommen, was er sehr bedaure.

Weber macht um Zukunft weiter ein Geheimnis

Seine Zukunft ließ Weber offen. Er werde sich jetzt erst einmal eine Karenzzeit gönnen. "Ich möchte nicht vor dem nächsten Jahr irgendeine Tätigkeit aufnehmen. Zu den Gerüchten, er werde an die Spitze der Deutschen Bank wechseln, sagte er: "Solange ich im Amt bin, führe ich keine Gespräche über meine berufliche Zukunft. Mit niemandem."

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