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Frauenquote: Familienministerin Schröder macht Wirtschaft Druck‎

Frauenquote: Bundesregierung droht mit Zwangsregelung

30.03.2011, 11:28 Uhr | dapd, oca, dapd

Frauenquote: Familienministerin Schröder macht Wirtschaft Druck‎. Familienministerin Kristina Schröder: Kampf für die Frauenquote (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Familienministerin Kristina Schröder: Kampf für die Frauenquote (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat heute die Personal-Vorstände der DAX-Unternehmen zum Frauengipfel geladen. Ihr Ziel: Die Frauenquote in den Top-Etagen der Unternehmen zu erhöhen. "Ich möchte von der Wirtschaft genau wissen, wieso sie es in der Vergangenheit nicht ausreichend geschafft hat, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, und was sie konkret in welchem Zeitraum erreichen will", sagte Schröder der Zeitung "Die Welt". Sie halte an ihrem Stufenplan fest: Bis 2013 habe die Wirtschaft Zeit zu zeigen, dass "sie wirklich in der Lage ist, den Anteil von Frauen in Führungspositionen substanziell zu erhöhen".

Auch von der Leyen fordert Frauenquote

Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen forderte erneut die Einführung einer Frauenquote. "Die Quote, nämlich zu sagen, dass ein Drittel der Frauen bis 2018 oder 2020 in den Vorständen und vor allem in den Aufsichtsräten sind, ist ein Ziel. Ich möchte Veränderung", sagte die CDU-Politikerin im ARD-"Morgenmagazin". Es müssten messbare Schritte eingeführt werden.

"Die Frauen stellen die Hälfte der Talente in unserem Land, wir gehen auf einen dramatischen Fachkräftemangel zu", sagte von der Leyen weiter. Daher müsse man sich um die Talente kümmern, damit diese nicht ins Ausland gingen. "Quoten sind Ziele und Orientierung, daran sollten wir uns messen."

"Wir ziehen heute die bittere Bilanz von zehn Jahren Selbstverpflichtung der Wirtschaft", sagte von der Leyen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Vage Zusagen der Konzerne wolle sie nicht mehr hinnehmen: "Mein Ziel ist es, bis 2018 im Durchschnitt einen Anteil von 30 Prozent Frauen in den Gremien zu haben." Die Quote sei "nur ein Türöffner, der einen Lernprozess in Gang setzen soll" - und werde im Idealfall nach kurzer Zeit überflüssig werden.

SAP-Personalchefin lehnt Frauenquote ab

Die neue SAP-Personalchefin Angelika Dammann geht derweil mit hohen Erwartungen in das Spitzentreffen. Vom Gespräch der 30 DAX-Vorstände mit der Bundesregierung erwarte sie einen "Konsens" und eine "Marschroute", sagte sie dem "Handelsblatt". "Es kann nicht sein, dass wir, die deutsche Politik und Wirtschaft es nicht schaffen, Frauen und Männern, die arbeiten wollen, flexible Tätigkeiten anzubieten und auch Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder und Eltern zu schaffen. Das können wir uns volks- und betriebswirtschaftlich nicht länger leisten", sagte Dammann. "Mein Wunsch ist, dass wir gemeinsam, also die DAX-Vorstände und die Politiker eine Strategie entwickeln."

Eine Quote lehnt sie strikt ab. "Ich bin gegen eine Quote, weil sie zu kurz greift. Wir brauchen eine gesellschaftliche Bewusstseinsänderung zu der alle beitragen."

Telekom treibt die Frauenquote voran

Auch Thomas Sattelberger, der Personalvorstand der Deutschen Telekom, der vergangenes Jahr mit seiner selbst verordneten Quote von 30 Prozent für Schlagzeilen sorgte, mahnt seine Kollegen zum Handeln. "Wir brauchen mehr Frauen in Führungspositionen. Die Wirtschaft muss jetzt Farbe bekennen. Ich habe immer gesagt, dass eine gesetzliche Quote nur Ultima Ratio sein kann. Deshalb plädiere ich für eine freiwillige Selbstverpflichtung mit klaren, transparenten und messbaren Zielen. Wenn DAX-30-Konzerne jetzt nicht handeln, dürfen sie sich nicht beschweren, wenn der Gesetzgeber handelt - sei es auf nationaler oder europäischer Ebene", sagte Sattelberger.

Nur jede sechste Frau eine Führungskraft

Laut "Beriner-Zeitung" ist im Schnitt bei den DAX-Konzernen nur jede sechste Führungskraft eine Frau (17,6 Prozent). Als erster DAX-Konzern führte die Deutsche Telekom die Frauenquote ein. Mindestens 30 Prozent der Führungspositionen will die Telekom bis 2015 mit Frauen besetzen. Der Konzern hat im vergangenen Jahr seinen Frauenanteil in den Chef-Etagen bereits deutlich erhöht. Andere DAX-Unternehmen zogen bisher nicht nach. Laut einer Umfrage der "Berliner Zeitung" lehnen die deutschen Großkonzerne sogar eine Quote für weibliche Führungskräfte mit überwältigender Mehrheit ab. 21 der 30 DAX-Unternehmen hätten den Vorschlag einer gesetzlichen Frauenquote zurückgewiesen.

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