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Quelle-Erbin Schickedanz will ihren Ex-Berater verklagen

Streit über Aktienkauf  

Quelle-Erbin will ihren Ex-Berater verklagen

12.04.2011, 10:25 Uhr | "Spiegel" Online, Spiegel Online

Quelle-Erbin Schickedanz will ihren Ex-Berater verklagen. Madeleine Schickedanz (Foto: dpa)

Madeleine Schickedanz (Foto: dpa)

Früher heckten sie gemeinsam Geschäfte aus, inzwischen hat sich das Verhältnis deutlich abgekühlt: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz bereitet nach "Spiegel"-Informationen eine Klage gegen ihren Ex-Vermögensberater Josef Esch vor. Doch der schlägt mit deftigen Worten zurück.

Sie bewies kein Geschick bei der Führung des Traditionsunternehmens Quelle: Versandhauserbin Madeleine Schickedanz konnte den Untergang der Firma nicht stoppen und verlor selbst viel Geld. Nun bereitet die Tochter von Quelle-Gründer Gustav Schickedanz eine Klage gegen ihren langjährigen Vermögensberater Josef Esch vor. Das bestätigte Esch in einem "Spiegel"-Gespräch.

Schickedanz plant offenbar Klage

Schickedanz investierte als Großaktionärin in den inzwischen insolventen Handelskonzern Arcandor, der bis Mitte 2007 als KarstadtQuelle AG firmierte. Offenbar will sie nun den Troisdorfer Immobilienentwickler Esch wegen Falschberatung vor Gericht bringen. Der Grund: Er habe sie 2004 im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung gedrängt, für 170 Millionen Euro Aktien des KarstadtQuelle-Konzerns zu kaufen. Das dazu nötige Geld hatte sie seinerzeit als Kredit vom Bankhaus Sal. Oppenheim bekommen.

"Kein armes Mütterchen"

Esch wies die Vorwürfe zurück: "Wir haben es hier nicht mit einem armen Mütterchen zu tun, das bei einem Haustürgeschäft über den Tisch gezogen wurde. Die Kapitalerhöhung war die Basis für eine sehr gute Zukunft des Konzerns", sagte er. "Die Aktie ging rauf, aber statt zu verkaufen, hat sie ihr Paket gehalten. Das war ihre Entscheidung, so etwas kann auch schiefgehen."

Esch sagte weiter, im März 2006 habe es "tatsächlich einen Investor" gegeben, "der ihr Aktienpaket haben wollte". Zum Geschäft sei es aber nicht gekommen: "Frau Schickedanz hat das Angebot abgelehnt." Sie habe Themen, die KarstadtQuelle betrafen, nicht mit ihm, sondern mit dem früheren Arcandor-Vorstandschef Thomas Middelhoff und ihrem Ehemann besprochen.

"Als damals der Investor die Aktien kaufen wollte, habe ich Middelhoff angerufen", berichtete Esch. "Ich sagte ihm, ich hätte Zweifel, ob Frau Schickedanz die Nerven habe, darauf zu warten, bis seine Konzepte greifen würden. Vielleicht sei es deshalb besser, wenn sie aussteige. Doch Middelhoff sagte, er werde selbst versuchen, mit Frau Schickedanz einen klaren Kurs festzulegen. Das hat er dann geschafft."

Esch plaudert über Middelhoffs Ferienhaus und Yacht

Quelle fusionierte 1999 mit Karstadt zum späteren Arcandor-Konzern. Doch die Eigentümer des Katalog-Versandhauses hatten das Konzept nicht weiterentwickelt. Sie hielten zu lange an unrentablen Standorten fest und verpassten die Internationalisierung. 2009 schlitterte Arcandor in die Insolvenz, damit löste sich auch das 1927 gegründete Quelle-Reich auf.

Esch verwaltete über Jahre auch das Vermögen von Ex-Arcandor-Chef Middelhoff. Der Manager überlege ebenfalls, "ob er irgendeine Chance hat, Schadensersatz geltend zu machen". Dafür sehe er aber keine Grundlage, sagte Esch. Er habe all seinen Kunden dargelegt, dass sein Fondsmodell nur unter zwei Bedingungen funktioniere: Wenn ein dauerhaft hohes Einkommen gewährleistet sei und Steuerersparnis sowie Überschüsse als Eigenkapital im Fonds blieben. "Wer das nicht macht und etwa die Steuerersparnis für seinen privaten Bedarf verwendet, der kann Probleme bekommen", führte Esch aus.

Wenn Middelhoff nun über Probleme klage, liege dies "jedenfalls nicht an den Fonds". Esch sagte weiter, für Middelhoffs 33-Meter-Luxusyacht und sein Ferienhaus in Saint-Tropez würde "im Monat sicher ein sechsstelliger Betrag benötigt. Das müssen Sie erst einmal verdienen."

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