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Europäische Zentralbank: Italiener Draghi als neuer EZB-Chef nominiert

Italiener Draghi als neuer EZB-Chef nominiert

18.05.2011, 21:30 Uhr | dpa-AFX, dpa-AFX, t-online.de

Europäische Zentralbank: Italiener Draghi als neuer EZB-Chef nominiert. Mario Draghi (li.) ist zum Nachfolger von EZB-Präsident Trichet (re.) nominiert worden (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Mario Draghi (li.) ist zum Nachfolger von EZB-Präsident Trichet (re.) nominiert worden (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Der Italiener Mario Draghi (63) soll neuer Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) werden. Die Finanzminister der Eurozone nominierten den italienischen Notenbank-Chef als Nachfolger von Jean-Claude Trichet, der Ende Oktober ausscheiden wird. Es habe keinen weiteren Kandidaten gegeben, sagte der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker.

Draghi wäre der dritte EZB-Präsident nach dem Niederländer Wim Duisenberg und dem Franzosen Trichet. Die EZB ist neben der amerikanischen Federal Reserve weltweit die wichtigste Notenbank - zuständig für die Währung von 17 Ländern mit rund 330 Millionen Einwohnern. Der Notenbankchef gilt als "Mr. Euro", der die Gemeinschaftswährung nach außen vertritt. Der Italiener hat auch die Unterstützung aus Berlin.

Deutscher Kandidat machte sich unbeliebt

Ursprünglich wollte Deutschland zwar den damaligen Bundesbank-Chef Axel Weber als obersten Währungshüter des gemeinsamen Euro-Währungsraums installieren. Seine lautstarke Kritik an der Krisenpolitik der EZB, insbesondere am Kauf von Staatsanleihen zur Rettung hoch verschuldeter Länder, isolierte Weber aber, der schließlich sein Amt und damit auch mögliche EZB-Ambitionen aufgab.

Die EU-Staats- und Regierungschefs werden bei ihrem Gipfeltreffen am 24. Juni endgültig über die Spitzenpersonalie entscheiden. Zuvor muss noch das Europaparlament angehört werden. Auch die EZB hat das Recht zu einer Stellungnahme.

Bankexperte aus hochverschuldetem Land

Kritiker vor allem in Deutschland bemängeln, dass Draghi aus einem hoch verschuldeten Euro-Land stammt. Kenner beschreiben den Bank- und Finanzexperten aber als ausgezeichneten Fachmann und siedeln ihn eher unter den geldpolitischen Hardlinern ("Falken") an denn unter den "Tauben", die eine lockere Geldpolitik bevorzugen.

Ähnlich wie Weber hatte sich auch Draghi kritisch über das Aufkaufprogramm für Staatspapiere geäußert, weil er die Unabhängigkeit der Zentralbank in Gefahr sieht.

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