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IWF-Chefposten: Merkel und Schäuble für Lagarde

Nachfolger für Strauss-Kahn  

IWF-Chefposten: Merkel und Schäuble für Lagarde

23.05.2011, 12:58 Uhr

Bei der Suche nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Präferenz für die französische Finanzministerin Christine Lagarde erkennen lassen. Sie habe immer wieder gesagt, dass Lagarde eine "ausgezeichnete Persönlichkeit" sei, sagte Merkel. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprach sich für Lagarde aus.

Merkel lobte Lagarde am Rande eines Besuchs bei der CSU-Vorstandsklausur im bayerischen Kloster Andechs auch als eine "sehr erfahrene Kandidatin". Sie wies zudem darauf hin, dass es inzwischen "breite Unterstützung" in Europa für das Aufstellen eines gemeinsamen Kandidaten gebe. Eine Entscheidung gibt es dazu aber weiterhin nicht.

Schäuble appelliert an andere EU-Länder

Schäuble sagte der "Bild am Sonntag", Lagarde sei "in der Sache und als Person hervorragend geeignet". Sie werde in der gesamten Finanzwelt überaus respektiert und geschätzt. "Mit Christine Lagarde, so sie sich dann entscheidet zu kandidieren, hätte Europa beste Chancen, den Posten wieder zu besetzen", sagte Schäuble. Entscheidend sei jetzt vor allem, dass Europa in dieser Frage mit einer Stimme spreche.

Schäuble bekräftigte den Anspruch der Europäer auf den Posten des IWF-Direktors: "Wir brauchen eine starke Persönlichkeit an der Spitze des IWF und zwar einen Europäer oder eine Europäerin. Ein Amerikaner leitet traditionell die Weltbank, ein Europäer den IWF." Die USA und Europa zahlten schließlich mit weitem Abstand den größten Teil der Beiträge. Um die Handlungsfähigkeit des IWF nicht zu gefährden, müsse eine Entscheidung für einen Nachfolger Strauss-Kahns zügig getroffen werden, sagte Schäuble - "innerhalb der nächsten Wochen".

"Merkel mit Personalpolitik gescheitert"

Zurückhaltend zu Lagarde äußerte sich dagegen SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Die französische Ministerin sei "sicher im Feld der sechs bis acht Kandidaten, die ernsthaft diskutiert werden, aber das Feld ist größer", sagte Steinmeier zu "Spiegel Online". Er äußerte sich zudem erstaunt, "dass es Angela Merkel offenbar überhaupt nicht mehr in den Sinn kommt, einen deutschen Kandidaten ins Spiel zu bringen". Steinmeier warf Merkel vor, sie sei "mit ihrer Personalpolitik in Europa komplett gescheitert".

FDP-Experte will deutschen IWF-Kandidaten

Auch der FDP-Finanzexperte Frank Schäffler äußerte Vorbehalte gegen eine Nominierung Lagardes. "Frau Lagarde ist eine ausgewiesene Zentralistin, die Deutschland dazu bringen wollte, ihren Exportüberschuss zu Gunsten anderer Länder abzubauen", sagte Schäffler im Gespräch mit der Online-Ausgabe des "Handelsblatts".

Auch er sprach sich für einen deutschen Kandidaten aus. Es wäre "sehr bedauerlich", wenn Deutschland wieder einmal als Verlierer bei der Verteilung internationaler Spitzen-Posten hervorginge. Deutschland drohe dann, in der internationalen Finanz- und Wirtschaftspolitik weiter an Einfluss zu verlieren.

EU-Kommissar dringt zur Eile

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier rief die Regierungen der Europäischen Union zu einer raschen Einigung über den Kandidaten für die Nachfolge von Strauss-Kahn auf. "Es ist ganz wichtig, dass die Europäer so schnell wie möglich einen gemeinsamen Kandidaten für den Chefposten des IWF vorschlagen", sagte Barnier der Tageszeitung "Die Welt". Dieser Kandidat müsse für die USA und für die Schwellenländer akzeptabel sein, fügte der französische Ex-Außenminister hinzu. Der IWF will bis Ende Juni über die Nachfolge von Strauss-Kahn entscheiden.

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