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Radioaktivität: Leiharbeiter in Atomkraftwerken stärker verstrahlt

Leiharbeiter in Atomkraftwerken stärker verstrahlt

06.06.2011, 08:33 Uhr | AFP, bv, AFP , t-online.de

Radioaktivität: Leiharbeiter in Atomkraftwerken stärker verstrahlt. Warnschild Radioaktivität: Leiharbeiter in AKWs stärker belastet (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Warnschild Radioaktivität: Leiharbeiter in AKWs stärker belastet (Foto: imago) (Quelle: imago images)

In deutschen Atomkraftwerken werden häufig Leiharbeiter eingesetzt, um gefährliche Arbeiten zu verrichten. Die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) schreibt, dass diese Zeitarbeiter dabei einer deutlich höheren Strahlendosis ausgesetzt seien als die Stammbelegschaft. Die Zeitung beruft sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken.

Demnach gibt es eine starke Auffälligkeit bei der Strahlenbelastung der beiden Gruppen: Die Jahresdosis für das gesamte Eigenpersonal beziffere die Bundesregierung auf insgesamt 1,7 Sievert, das ist die Maßeinheit für die Strahlenbelastung. Bei den Fremdbeschäftigten seien es, für alle Personen zusammengerechnet, 12,8 Sievert. Fast 90 Prozent der Strahlendosen bekommen laut "SZ" damit Leih- und Werkarbeiter ab, die Stammbeschäftigten nur etwas mehr als ein Zehntel. Daraus ergibt sich nach den Berechnungen der Linken, dass die Strahlenbelastung für das Fremdpersonal pro Person "im Durchschnitt fast doppelt so hoch ist wie die für das Eigenpersonal".

24.000 Personen werden auf Strahlen überwacht

Nach Angaben der Bundesregierung wurden laut "SZ" im Jahr 2009 in den 17 deutschen Leichtwasserreaktoren knapp 6000 Mitarbeiter überwacht, die zum eigenen Personal zählten. Deutlich höher sei die Zahl des überwachten Fremdpersonals, zu denen die Bundesregierung Leih- und Werkarbeiter zähle. Sie seien nicht bei dem Betreiber eines Atomkraftwerks beschäftigt, sondern bei einer Verleihfirma oder einem anderen Arbeitgeber und seien in der Regel schlechter bezahlt. Ihre Zahl liege bei mehr als 24.000 Personen.

Pro Person, die beispielsweise in einem Atomkraftwerk arbeitet, ist eine Strahlendosis von 20 Milli-Sievert (mSv) im Jahr erlaubt. Die Grenze für das gesamte Berufsleben liegt bei 400 mSv. Außerhalb von Atomkraftwerken beträgt die natürliche Strahlenbelastung der Bevölkerung in Deutschland durchschnittlich 2 bis 3 mSv pro Jahr. Durch medizinische Behandlungen kann sie allerdings steigen, wobei ein weiteres mSv jährlich als unbedenklich gilt. Auch Berufspiloten sind einer erhöhten Strahlung aus dem All ausgesetzt, da in großer Höhe der Schutz der Atmosphäre abnimmt. Für Passagiere spielt diese Extradosis pro Flugreise dagegen kaum eine Rolle.

"Strahlen-Proletariat" wartet Kernkraftwerke

Die Linken sprachen von einem "Strahlenproletariat" und befürchten außerdem, dass es bei den Strahlenpässen zu Missbrauch kommt. Sie behaupteten aber nicht, dass die Arbeiter unerlaubt hohen Strahlendosen ausgesetzt werden.

Der Einsatz von Leiharbeitern in Atomkraftwerken ist auch im Ausland üblich. In Frankreich beispielsweise zögen bis zu 30.000 "Nuklear-Nomaden" von einem AKW zum anderen, schreibt die "SZ". Haben sie ihre Lebenshöchstdosis erreicht, werden sie häufig arbeitslos. Da die Strahlenbelastung nur auf Antrag grenzüberschreitend erfasst werde, könnten international Beschäftigte mit mehreren Strahlenpässen arbeiten, sagte die Linken-Politikerin Dorothée Menzner der Zeitung.

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