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Zahl der weiblichen Chefs auf Rekordhoch

Zahl der weiblichen Chefs auf Rekordhoch

08.06.2011, 13:28 Uhr | AFP, dpa-AFX, AFP

Zahl der weiblichen Chefs auf Rekordhoch. Frauen rücken in Deutschland zunehmend in die Chefetagen auf. (Foto: imago)

Frauen rücken in Deutschland zunehmend in die Chefetagen auf. (Foto: imago)

Die gute Nachricht lautet: Noch nie gab es so viele Chefinnen hierzulande wie im vergangenen Jahr. Der Anteil an Frauen in Führungspositionen hat einen neuen Höchstwert erreicht: 27,7 Prozent der deutschen Unternehmenslenker waren 2010 weiblich, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Doch es gibt auch eine schlechte Nachricht: Je größer der Betrieb, desto häufiger sitzen noch immer Männer auf den Chefsesseln. In den Spitzenpositionen der Wirtschaft sind Frauen also weiterhin deutlich unterrepräsentiert.

Anteil kontinuierlich angewachsen

Im Laufe der vergangenen 15 Jahre sei der Anteil an Frauen in Führungspositionen kontinuierlich leicht angewachsen, so die Statistiker. 1996 lag er demnach noch bei 21,8 Prozent. Allerdings rangiert der Frauenanteil in Führungspositionen den Angaben des Bundesamts zufolge noch immer deutlich unter dem Anteil der weiblichen Beschäftigten insgesamt.

Dieser erreichte demnach im vergangenen Jahr 45,6 Prozent, fast jeder zweite Beschäftigte hierzulande ist also derzeit weiblich. Sollte der Zuwachs seit 1996 also der Maßstab für das Aufholtempo der Frauen sein, gäbe es erst etwa im Jahr 2060 rechnerische Gleichberechtigung.

Bei jüngeren Führungskräften liegt der Frauenanteil deutlich höher als bei den älteren. Den Zahlen zufolge finden sich am ehesten Frauen in Führungspositionen, die noch keine 40 Jahre alt sind und auf der zweiten Führungsebene eines Betriebs mit weniger als 50 Beschäftigten arbeiten. Im Detail heißt das: 37,9 Prozent der Chefs in Deutschland sind laut Bundesamt Frauen bis 39 Jahre, lediglich 22,4 Prozent der Führungspositionen werden von Frauen besetzt, die 40 Jahre oder älter sind.

Mehr Chefinnen in kleinen Betrieben

In kleineren Betrieben sind laut der Statistik 39,1 Prozent der Führungskräfte auf der zweiten Ebene weiblich, auf der ersten Führungsebene sind es noch 29,2 Prozent. Elke Holst, Forschungsdirektorin für Gender Studies am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, führt diese Zahlen auf die kürzeren Wege bis zur Chefetage zurück. "In kleineren Unternehmen gibt es weniger Hierarchieebenen, Frauen müssen daher nicht so viele Karrierestufen überspringen", so die Expertin. Außerdem machten sich viele Frauen, die in großen Betrieben nicht weiterkommen, selbstständig oder wechselten zu kleineren Firmen, wo der Aufstieg nicht so schwer sei.

In Firmen mit mehr als 50 Mitarbeitern sind dagegen insgesamt nur noch 23,4 Prozent weiblich, wie die Statistiker weiter mitteilen. Auch dort arbeiteten Frauen eher auf der zweiten Führungsebene (24,6 Prozent) als im Top-Management (16,9 Prozent). Nur etwa jede sechste Spitzenposition hat dort also eine Frau inne. "In den Top-Positionen sind fast ausschließlich Männer vertreten. Frauen sind nicht sichtbar und insofern auch nicht auf dem 'Radar' der Entscheider, wenn es um die Besetzung von Top-Positionen geht", erläuterte Holst.


 Anteil der Frauen an Führungskräften*

1996

2010

Führungskräfte insgesamt

21,8%

27,7%

darunter: 

1. Führungsebene

17,6%

24,2%

2. Führungsebene

23,8%

28,8%

im Alter bis 39 Jahre

27,7%

37,9%

im Alter von 40 Jahren und älter

18,3%

22,4%

Führungskräfte in Betrieben mit bis zu 49 Beschäftigten

31,4%

35,0%

darunter: 

1. Führungsebene

24,2%

29,2%

2. Führungsebene

37,6%

39,1%

Führungskräfte in Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten

15,5%

23,4%

darunter: 

1. Führungsebene

9,9%

16,9%

2. Führungsebene

17,2%

24,6%

*Arbeiter und Angestellte in der Privatwirtschaft (ohne Beamte und Auszubildende), Quelle: Statistisches Bundesamt


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