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Arbeitsverträge: Zeitverträge verdrängen reguläre Jobs

Studie: Zeitverträge verdrängen reguläre Jobs

30.11.2010, 11:10 Uhr | dpa-AFX, dpa-AFX

Arbeitsverträge: Zeitverträge verdrängen reguläre Jobs. Immer mehr Arbeitsverträge weisen eine Frist auf. (Foto: imago)

Immer mehr Arbeitsverträge weisen eine Frist auf. (Foto: imago)

Die Zeit regulärer Jobs scheint vorbei zu sein: Immer mehr Beschäftigte arbeiten auf der Grundlage befristeter Arbeitsverträge - und der Trend zu eher unsicheren Beschäftigungsformen nimmt zu. Das zeigt eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung für das nordrhein-westfälische Arbeitsministerium. Demnach erhielten 2009 erstmals mehr als die Hälfte der neu Eingestellten in Nordrhein-Westfalen nur einen befristeten Anstellungsvertrag.

Trend macht normalen Job zum Auslaufmodell

"Wenn dieser Trend anhält, wird das sogenannte Normalarbeitsverhältnis irgendwann zum Auslaufmodell", sagte Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD). Während 2001 noch drei Viertel aller neuen Arbeitsverhältnisse auf unbefristete Zeit abgeschlossen wurden, war es 2009 weniger als die Hälfte. Die übrigen 52 Prozent waren Zeitverträge. "Die Studie bestätigt unseren Kurs, prekäre Beschäftigung zurückzudrängen und das Prinzip 'Gute Arbeit' durchzusetzen", bekräftigte Schneider.

Anzahl der Zeitverträge stark gestiegen

Auch ohne die Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 bestätige sich ein deutlicher Trend. "Der Anteil der befristet Beschäftigten an allen Beschäftigten ist in NRW wie im übrigen Bundesgebiet in den letzten Jahren gestiegen", stellte der Minister fest. Vor zehn Jahren habe der Anteil noch unter fünf Prozent gelegen, 2008 sei er schon über sieben Prozent geklettert.

"Schwächste tragen das höchste Risiko"

"Besondere Sorgen macht mir, dass gerade die Schwächsten am Arbeitsmarkt das höchste Risiko tragen", so Schneider. Die Untersuchung habe ergeben, dass eine befristete Beschäftigung umso kürzer sei, desto geringer die Anforderung in dem Job und damit in der Regel auch die Bezahlung sei.

Frauen besonders betroffen

Großbetriebe nutzen befristete Beschäftigung deutlich häufiger als kleine Betriebe, und der Dienstleistungssektor setzen sie öfter ein als das produzierende Gewerbe. "Im Gesundheits- und Sozialwesen werden mittlerweile bei 65 Prozent aller Neueinstellungen befristete Verträge abgeschlossen", berichtete Schneider. Das sei ein Bereich, in dem sehr viele Frauen arbeiteten, die also ein besonders hohes Risiko trügen.

Die Untersuchung zeige auch, dass Teilzeitbeschäftigung zu einem hohen Anteil geringfügige Beschäftigung sei. Rund die Hälfte der Teilzeitbeschäftigten hatte einen sogenannten Minijob. Die geringfügige Beschäftigung lag 2009 mit 13 Prozent um einen Prozentpunkt höher als im Vorjahr.

Geringfügige Beschäftigung meist im Dienstleistungssektor

Die meisten geringfügig Beschäftigten sind im Dienstleistungssektor tätig. In der Branche Handel und Reparatur von Kraftfahrzeugen liegt ihr Anteil bei 20 Prozent, bei den übrigen Dienstleistungen - zum Beispiel Hotels, Gaststätten und Friseure - sogar bei 30 Prozent. Von geringfügiger Beschäftigung spricht man bei Jobs mit einem Entgelt von nicht mehr als 400 Euro oder Beschäftigungszeiten von maximal zwei Monaten pro Jahr.

Die Studie vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit wurde mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Es handelt sich um die Sonderauswertung der nordrhein-westfälischen Ergebnisse aus einer jährlichen Arbeitgeberbefragung durch das IAB.

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