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Lohndumping: Gericht verurteilt Kik zu Nachzahlungen

Lohndumping  

Gericht verurteilt Kik zu Nachzahlungen

18.03.2009, 13:51 Uhr | dpa / t-online.de/business, t-online.de

Wenn Firmen ihre Mitarbeiter mit Minilöhnen statt einer angemessenen Vergütung abspeisen, können sie damit schnell auf die Nase fallen. Und im Nachhinein kann es noch richtig teuer werden. Diese Erfahrung musste zumindest der Textildiscounter Kik machen: Das Landesarbeitsgericht Hamm hat das Unternehmen jetzt zu kräftigen Lohnnachzahlungen verurteilt.

Gericht stoppt Minilöhne

Die Landesarbeitsrichter befanden, dass Kik zwei geringfügig Beschäftigten sittenwidrige Löhne gezahlt hatte (Az.: 6 Sa 1284/08; 6 Sa 1372/08). Als sittenwidrig sehen viele Arbeitsrichter Vergütungen an, die mehr als ein Drittel unter dem Tariflohn und den Löhnen liegen, die in der jeweiligen Region und Branche gezahlt werden. Nach dem Urteil der 6. Kammer muss das Unternehmen den Mitarbeitern entsprechend nachzahlen. Das Gericht bestätigte damit frühere Entscheidungen des Arbeitsgerichts Dortmund zu diesem Fall aus dem vergangenen Jahr.

Nachzahlungen von knapp 20.000 Euro

Eine 62 Jahre alte Kik-Mitarbeiterin erwartet nun eine Nachzahlung von knapp 10.500 Euro, ihre 47-jährige Kollegin rund 8900 Euro. Eine Revision wurde in beiden Fällen nicht zugelassen. Die jüngere Frau ist nach Angaben von ruhrnachrichten.de seit November 2008 nicht mehr bei Kik beschäftigt. Die ältere Kollegin habe offen gelassen, ob sie weiter bei Kik arbeiten will. „Das überlege ich mir noch mal“, sagte sie nach der Urteilsverkündung.

5,20 Euro Stundenlohn sind zu wenig

Die Mitarbeiterinnen aus Mülheim/Ruhr hatten 2008 das Unternehmen verklagt, weil sie nur 5,20 Euro Stundenlohn erhielten. Das Arbeitsgericht Dortmund sah 8,21 Euro als angemessen an und verurteilte Kik dazu, den höheren Lohn nachzuzahlen. Gegen diese Entscheidung hatte der Discounter Revision eingelegt.

Ver.di will Urteil in Kik-Filialen bekannt machen

Im Prozess unterstützt wurden die Frauen von der Gewerkschaft ver.di, die das Urteil begrüßte. „Stundenlöhne unter 8,21 Euro sind sittenwidrig“, erklärte ruhrnachrichten.de zufolge die Geschäftsführerin des Bezirks Mülheim-Oberhausen, Henrike Greven. Die Gewerkschaft wolle nun „durch die Filialen tingeln“ und die Kik-Beschäftigten über das Urteil informieren.

Größte Textildiscount-Kette in Deutschland

Kik gehört zur Tengelmann-Gruppe und hat seinen Sitz in Bönen (Kreis Unna). Das Unternehmen ist die größte Textildiscount-Kette in Deutschland und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2007/2008 einen Umsatz von 1,44 Milliarden Euro. In mehr als 2700 Kik-Filialen in Deutschland, Österreich, Slowenien, Tschechien, Ungarn und der Slowakei sind etwa 20.000 Mitarbeiter beschäftigt.

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