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Arbeitsschutz: Darf der Chef Stöckelschuhe verbieten?

Arbeitsschutz  

Darf Chef Stöckelschuhe verbieten?

14.10.2009, 16:57 Uhr | t-online.de/business

Arbeitsschutz: Darf der Chef Stöckelschuhe verbieten?.

Auch High Heels-Trägerinnen müssen sich im Betrieb sicher bewegen können. (Foto: Archiv)

Stöckelschuhe im Betrieb verbieten - und das nur, weil der Fußboden in der Firma uneben ist und die kein Geld in einen neuen Belag investieren will? Liegt diese Entscheidung beim Chef - und wenn ja, an welche Richtlinien muss er sich halten? Wir erläutern Ihnen, was rechtens ist und was nicht.

Gesetzliche Grundlage vorhanden

"Wir Frauen versacken regelmäßig mit den schmalen Absätzen unserer Pumps in den Zwischenräumen der Platten", klagt eine Frau im Online-Forum von haufe.de über den schlecht verlegten Boden in ihrer Firma. Sie befürchtet, dass sie sich irgendwann den Knöchel verknacksen wird. Ihr Chef habe ihr schlicht geraten, einfach keine Schuhe mit hohen Absätzen mehr anzuziehen. Nun will die Frau wissen, ob der Arbeitgeber tatsächlich das Tragen von Stöckelschuhen verbieten kann.

Arbeitsstättenrichtlinie gilt

Die gesetzliche Grundlage zum Arbeitsschutz ist da eindeutig: Die Arbeitsstättenrichtlinie 17/1,2 Absatz 3 schreibt vor: "Verkehrswege sollen eben und trittsicher sein, d. h. sie dürfen keine Löcher, Rillen oder Stolperstellen aufweisen und müssen einen Belag haben, der rutschhemmend ist und bei Gebrauch nicht glatt wird." Soll heißen: Der Chef kann sich zwar wünschen, dass die Mitarbeiterinnen auf High Heels verzichten, verlangen darf er es aber nicht. Vielmehr ist es an ihm, den Boden seiner Firma so zu gestalten, dass seine Angestellten nicht zu Schaden kommen.

Chef hat Weisungsbefugnis in Sachen Klamotten

Abgesehen davon, hat der Chef aber eine gewisse Weisungsbefugnis, was die Kleidung seiner Mitarbeiter angeht, so der Deutsche Arbeitsgerichtsverband. Demnach können Beschäftigte nur eingeschränkt das anziehen, wozu sie gerade Lust haben. Sobald der Arbeitgeber - begründet - etwas dagegen hat, muss sich der Mitarbeiter den Anweisungen fügen. Dabei geht es aber eher um anstößige und für Kundenbesuche ungeeignete Kleidung, also etwa bauchfreie Tops oder zu kurze Röcke.

Auch kleine Firmen müssen für Schutz sorgen

Auch kleine Betriebe können sich beim Arbeitsschutz nicht auf ihre geringe Mitarbeiterzahl berufen: Denn wie Joachim Gutmann und Martina Kolling in dem bei Haufe erschienenen Ratgeber "Gesundheit & Arbeitsschutz" schreiben, muss es in jedem Betrieb mit mehr als 20 Beschäftigten einen Arbeitsschutzausschuss geben. Dieser muss mindestens viermal im Jahr tagen. Er koordiniert und berät in allen Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Unternehmen.

Sicherheit der Mitarbeiter gewährleisten

Grundsätzlich gilt: Der Chef muss dafür sorgen, dass die Arbeit so abläuft, dass Leben und Gesundheit möglichst nicht gefährdet werden oder nicht vermeidbare Gefährdungen möglichst gering bleiben. Das regelt den Experten zufolge das Arbeitsschutzgesetz ArbSchG § 4. Daneben gibt es zahlreiche weitere Verordnungen und Richtlinien, der ein Chef oder Firmengründer im Sinne seiner Mitarbeiter zu beachten hat. Etwa das Arbeitssicherheitsgesetz (ArbSichG), die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), die Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV), das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (PGSG) und die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV).

Risikofrei und effektiv arbeiten

Chefs sollten sich zunächst drei Aspekte merken: Eine Arbeitsstätte gestalten heißt: Erstens Arbeitsplätze einzurichten - und zwar so, dass Körperhaltung und Bewegungsabläufe des Menschen ein effektives und risikofreies Arbeiten ermöglichen. Mit anderen Worten: Im Büro geht es darum, Schreibtisch, Computer und Sitzgelegenheit so anzuordnen, dass die Mitarbeiter nicht beeinträchtigt werden. Bei gewerblichen Arbeitsplätzen steht die richtige Auswahl und Aufstellung von Maschinen, Anlagen und Geräten im Mittelpunkt.

Flucht- und Rettungswege einrichten

Zweitens gilt es die Arbeitsumgebung zu optimieren. Das bedeutet, Beleuchtungsverhältnisse und Raumklima müssen stimmen und unnötiger Lärm sollte vermieden werden. Drittens ist der Chef verpflichtet, für Flucht- und Rettungswege zu sorgen und akzeptable Bedingungen für soziale und hygienische Bedürfnisse zu schaffen.

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