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Kündigung: Krankgeschrieben zum TÜV - Job weg

Kündigung  

Krankgeschrieben zum TÜV - Job weg

18.02.2010, 15:31 Uhr | t-online.de/business

Kündigung: Krankgeschrieben zum TÜV - Job weg. An einige Regeln müssen sich krankgeschriebene Mitarbeiter halten.  (Foto: Imago)

An einige Regeln müssen sich krankgeschriebene Mitarbeiter halten. (Foto: Imago)

Wer im Job einfach blaumacht, riskiert die Kündigung - das ist klar. Aber darf ein wegen einer starken Erkältung krankgeschriebener Mitarbeiter zum TÜV fahren? Oder täuscht jemand, der dazu noch fähig ist, die Krankheit nur vor und muss deshalb damit rechnen, vom Chef vor die Tür gesetzt zu werden? Ein solcher Fall beschäftigt derzeit das Arbeitsgericht Hagen (AZ 5 Ca 50/10).

Kündigung nach 18 Jahren im Betrieb

In dem Fall war ein 38-jähriger Außendienstmitarbeiter seit 1992 für eine Metallhandelsfirma tätig, bevor das Unternehmen ihm fristlos und ordentlich kündigte, meldete derwesten.de. Der Vorwurf des Arbeitgebers lautet demnach: "Vortäuschung einer Krankheit” oder „genesungswidriges Verhalten”.

Streit um private E-Mail auf Dienst-PC

Der Mann sei am 28. November zum Arzt gegangen und habe sich wegen "starker Erkältung" rückwirkend krankschreiben lassen, berichtet das Portal. Am Arbeitsplatz sei in dieser Zeit eine private Nachricht auf dem Dienstrechner angekommen, die in der Firma geöffnet und gelesen worden sei. Der Gekündigte sehe darin einen Verstoß gegen Datenschutzvorschriften und gegen seine Persönlichkeitsrechte. Das Unternehmen hingegen argumentiere, die E-Mail wäre nicht als persönlich gekennzeichnet gewesen. Zudem sei es im Betrieb ausdrücklich verboten, auf dem Büro-PC private E-Mails zu empfangen.

"Starke Erkältung" nur vorgetäuscht?

In der fraglichen Nachricht lud derwesten.de zufolge eine Psychologin des TÜVs Rheinland den Mitarbeiter zum Vorgespräch im Rahmen eines „Kursus für erstmals alkoholauffällig gewordene Kraftfahrer” ein. Die Firma habe herausgefunden, dass der angeblich arbeitsunfähige Mann mit dem Auto nach Essen zur TÜV-Untersuchung gefahren sei. Die „starke Erkältung” habe der Arbeitgeber daher als nur vorgetäuscht angesehen. Er werte das Verhalten des Angestellten zumindest als „genesungswidriges Verhalten”.

Gütetermin gescheitert

Ein Gütetermin vor dem Hagener Arbeitsgericht scheiterte. Der Fall liegt nun bei Richter Michael Seidel, eine zweite Verhandlung findet nach Angaben des Gerichts voraussichtlich im Juli 2010 statt. Leicht wird es für den Entlassenen wohl nicht werden, seinen Job zurückzubekommen. „Ich finde das Verhalten des Mitarbeiters auch nicht anständig. Er hätte seinen Vorgesetzten informieren können, dann wäre er auf der sicheren Seite gewesen”, zitiert derwesten.de Richter Seidel.

Rückwirkend ausgestelltes Attest erschwert Fall

Die Position des entlassenen Außendienstmitarbeiters erschwert nicht zuletzt das rückwirkend ausgestellte Attest. Chefs haben nach Ansicht von Arbeitsrechtlern Grund, eine vorgetäuschte Krankheit zu vermuten, wenn die Arbeitsunfähigkeit erst nachträglich bescheinigt wurde. Bleibt abzuwarten, wie das Arbeitsgericht Hagen entscheidet.

Genesung darf nicht gefährdet werden

Grundsätzlich kann der Chef verlangen, dass kranke Mitarbeiter alles unterlassen, was ihre Genesung verzögern könnte, erklärt Fachanwältin Kati Kunze von der Kanzlei Steinkühler in Berlin. Doch gerade da gehen die Ansichten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern oft auseinander. Der Expertin zufolge ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob der Kranke den Genesungsprozess gefährdet oder nicht. Außerdem spiele eine Rolle, ob sein Verhalten das Vertrauen zwischen Chef und Mitarbeiter nachhaltig zerstört.

Ärztlichen Rat befolgen

Solange der Arzt jedoch keine Bettruhe verordnet habe, darf der Erkrankte etwa den Einkauf erledigen oder auch spazieren gehen, sagt die Arbeitsrechtlerin. Könne der Arbeitgeber allerdings nachweisen, dass die Ausflüge des Erkrankten stets in dessen Stammkneipe enden, droht Ärger. "Damit handelt der Kranke in jedem Fall dem ärztlichen Rat zuwider, und das ist streng genommen ebenso ein Kündigungsgrund wie eine vorgetäuschte Krankheit", betonte der Leipziger Arbeitsrechtler Frank Kießling gegenüber monster.de.

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