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Kündigung: Rauswurf wegen Schweißgeruchs

Kündigung  

Rauswurf wegen Schweißgeruchs

25.03.2010, 11:28 Uhr | t-online.de/business/ apn / C. Driessen, dpa

Kündigung: Rauswurf wegen Schweißgeruchs. Arbeitsrecht: Ein Mann klagt gegen die Kündigung wegen Schweißgeruchs.  (Foto: Imago)

Ein Mann klagt gegen die Kündigung wegen Schweißgeruchs. (Foto: Imago)

Dreckige Hände und angeblicher Schweißgeruch - das reichte der Stadt Köln aus, um den 50-jährigen Denkmalpfleger Werner M. kurz vor Ende seiner Probezeit zu entlassen. Gegen den Rauswurf klagte der Entlassene vor dem Arbeitsgericht Köln - allerdings ohne Erfolg. Der bislang wohl ungewöhnlichste Kündigungsfall in Deutschland.

Klage abgewiesen

Die Kölner Richter haben eine Klage gegen eine Kündigung wegen Schweißgeruchs abgewiesen (Az. 4 Ca 10458/09). Das Gericht betonte, die Kündigung sei noch in der Probezeit erfolgt und weder sittenwidrig noch willkürlich. Bis zum Ende der Probezeit könne ein Arbeitsverhältnis grundsätzlich auch ohne Vorliegen eines Kündigungsgrundes ausgesprochen werden.

Harte Vorwürfe der Vorgesetzten

Der Architekt Werner M. war bis November 2009 bei der Stadt Köln als Denkmalpfleger angestellt. Seine Vorgesetzte Renate Kaymer jedoch hat ihn innerhalb der Probezeit gekündigt - eigentlich noch nichts Besonderes. Die Begründung allerdings schon: Er sei durch sein "ungepflegtes Erscheinungsbild, insbesondere durch starken Schweißgeruch und unsaubere Hände, aufgefallen", schreibt Spiegel-Online.

"Absolut erniedrigend unter gebildeten Menschen"

"Ich habe gedacht, das kann nicht wahr sein", sagte der Gekündigte. Er empfinde das als "absolut erniedrigend unter gebildeten Menschen". Das Gericht hat einen vergleichbaren Fall nach eigenen Angaben noch nie gehabt, vertrat jedoch die Ansicht, dass dies nicht ausreiche, um die Kündigung unwirksam zu machen.

Kollegen stärken Rausgeworfenen

Seine Kollegen stellten sich auf die Seite des Architekten und forderten die Leiterin der Denkmalbehörde auf, Werner M. weiterzubeschäftigten, da die Kündigung "nicht nachvollziehbar" "jeder Grundlage" entbehre. Sein Anwalt spricht sogar davon, dass durch die Kündigung die Schamgrenze und die Menschenwürde verletzt worden sei.

Auflösungsvertrag ausgeschlagen

Die Vorgesetzte wollte ihm nach Informationen von Spiegel-Online ursprünglich einen Auflösungsvertrag anbieten, den Werner M. aber nicht unterzeichnete. Einen Grund gab sie zunächst nicht an. Erst als der von dem Entlassenen informierte Personalrat nachfragte, nannte sie die mangelnde Hygiene. Fachlich sei an ihm nichts auszusetzen. Das sei auch so schriftlich festgehalten und dem Kündigungsschreiben beigelegt worden.

Vergleich abgelehnt

Die Stadt Köln hatte dem Mann in dem Verfahren einen Vergleich angeboten. Sie wollte die Begründung streichen und ihm noch für vier Monate sein Gehalt zahlen. Der 50-Jährige lehnte dies jedoch ab. Es gehe ihm nicht um Geld, sondern um seine Würde, sagte er. Die Leiterin der Denkmalbehörde, die ihm Schweißgeruch und schmutzige Hände nachgesagt hatte, solle sich dafür entschuldigen, forderte er. In Interviews hat der Architekt darüber spekuliert, ob es seiner Chefin nur darum gegangen sei, einen besonders entschiedenen und damit unbequemen Verfechter des Denkmalschutzes loszuwerden.

Stadt: Denkmalschützer muss "Mindeststandards" genügen

Bei der Stadt hieß es dazu nur, die neue Chefin bringe ihre Behörde gerade auf Vordermann und mache sich dabei natürlich nicht nur Freunde. Zwar seien Denkmalschützer des Öfteren etwas eigenwillige Typen. Das sei nicht weiter schlimm. Aber gewissen Mindeststandards müssten sie schon noch genügen. Schließlich repräsentierten sie die Stadt.

Frage des Körpergeruchs wurde nicht erörtert

Im Prozess wurde die Frage "Körpergeruch oder kein Körpergeruch" gar nicht erörtert. Denn selbst wenn der Vorwurf mangelnder Hygiene unberechtigt gewesen sein sollte, als schwerwiegende Diskriminierung wollte das Gericht ihn nicht werten.

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