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Krankmeldung: Wirklich zu krank fürs Büro?

Trotz Krankenscheins in die Firma?

11.02.2011, 14:44 Uhr | t-online.de/business, t-online.de

Krankmeldung: Wirklich zu krank fürs Büro?. Bei schweren Infekten sollten Sie auf jeden Fall zu Hause bleiben. (Foto: Archiv)

Bei schweren Infekten sollten Sie auf jeden Fall zu Hause bleiben. (Foto: Archiv)

Grippe, Bandscheibe oder Virusinfekt - 2009 fehlten die Deutschen im Durchschnitt 14 Tage im Job wegen Krankheit. Doch sind Mitarbeiter mit Husten und Schnupfen wirklich schon zu krank fürs Büro? Wie schnell muss eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf dem Schreibtisch des Chefs liegen? Und was gilt, wenn jemand trotz Krankmeldung lieber arbeiten will? Wir erläutern Ihnen die wichtigsten Regeln zum Thema "Krank im Job".

Ist Bettruhe Pflicht?

Grundsätzlich bedeute eine Krankschreibung nicht, dass der Mitarbeiter nur im Bett liegen muss, erklären die Experten der D.A.S. Rechtsschutzversicherung. Neben dringenden Wegen zum Supermarkt oder zur Apotheke seien auch Aktivitäten erlaubt, die zur Genesung beitragen. Bei einer schweren Erkältung ist demnach ein kleiner Spaziergang, bei Rückenproblemen ein Besuch beim Masseur kein Problem.

Urlaub nicht ohne Absprache

Solange der Chef den krankgeschriebenen Angestellte nicht in der Disco treffe, dürfen Krankgeschriebene durchaus aus dem Haus, betonen die Rechtsschutzprofis. "In Ausnahmefällen kann sogar eine Reise möglich sein. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten", warnt D.A.S.-Juristin Anne Kronzucker. Das Bundesarbeitsgericht habe in einem Urteil gefordert, dass ein Arzt dem Mitarbeiter ausdrücklich zu dem jeweiligen Urlaub geraten haben muss, um die Heilung zu fördern.

Das Gericht bestätigte die fristlose Kündigung eines Mannes, der sich bei einem Skiurlaub Knochenbrüche zugezogen hatte, während er wegen Gehirnhautentzündung krankgeschrieben war (BAG, Az. 2 AZR 53/05). Eine geplante Reise während der Fehlzeit sollte daher unbedingt zuvor mit Arbeitgeber und Krankenversicherung abgeklärt werden.

Chef "unverzüglich" informieren

Fallen Mitarbeiter wegen Krankheit aus, muss schnell umorganisiert werden: Wie wird die anfallende Arbeit neu verteilt, wer übernimmt die Aufgaben des Erkrankten? Damit der Chef trotzdem optimal planen kann, sollte sich der sich so früh wie möglich in der Firma abmelden. Die genaue Uhrzeit, bis wann das zu passieren hat, gibt das Entgeltfortzahlungsgesetz (EntFG) zwar nicht vor, wohl aber, dass der Kranke den Arbeitgeber "unverzüglich" informieren muss. Zudem muss er ankündigen, wie lange er wohl ausfallen wird. "Das bedeutet in der Praxis: Wer um neun Uhr Arbeitsbeginn hat, der sollte sich bis spätestens neun Uhr krankgemeldet haben", so Anne Kronzucker.

Gesetzliche Meldefrist beträgt drei Kalendertage

Ab welchem Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei der Personalabteilung vorliegen muss, ist den D.A.S.-Fachleuten zufolge von Betrieb zu Betrieb verschieden geregelt und meist im Arbeitsvertrag oder der Betriebsvereinbarung festgelegt. Manche Firmen bestehen demnach bereits ab dem ersten Krankheitstag darauf, andere halten sich an die gesetzliche Frist von drei Kalendertagen.

Melde sich der Mitarbeiter an einem Freitag krank, müsse er spätestens am Montag zum Arzt gehen, um sich ein Attest ausstellen zu lassen, betonen die Experten. Denn die Frist von drei Kalendertagen schließe das Wochenende mit ein. Die Attestpflicht solle unbedingt wahrgenommen werden: Einem Beschäftigten, der das versäume, könne in "absoluten Ausnahmefällen" sogar fristlos gekündigt werden, entschied das Arbeitsgericht Frankfurt (Az. 4 Ca 3990/97).

Arbeiten trotz Krankschreibung

Was aber, wenn der Kranke schneller wieder gesund wird als angenommen, und eigentlich schon wieder arbeiten kann und will – doch das Attest läuft noch drei Tage? In dem Fall sollten Sie laut D.A.S. diese Tage noch nutzen, um sich auszukurieren. Wer aber unbedingt wieder arbeiten wolle, dem stehe im Normalfall nichts im Wege: Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bedeute entgegen landläufiger Meinungen kein Arbeitsverbot.

Auch der Versicherungsschutz in der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung bestehe weiter. Der Tipp der Versicherungsspezialisten: Die vorzeitige Arbeitsaufnahme sollte unbedingt dem Chef angekündigt werden - damit ein möglicher Unfall auf dem ersten Weg zur Arbeit auch als Wegeunfall versichert ist. Der Arbeitgeber selbst habe gegenüber dem Mitarbeiter eine Fürsorgepflicht. Daher sollte er im Einzelfall prüfen, ob der Beschäftigte tatsächlich arbeitsfähig ist.

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