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Befristeter Arbeitsvertrag: Das sollten Sie darüber wissen

Arbeitsrecht  

Befristeter Arbeitsvertrag: Das sollten Sie darüber wissen

22.10.2018, 06:41 Uhr | Isabelle Modler, dpa, t-online.de

Befristeter Arbeitsvertrag: Das sollten Sie darüber wissen. Frau im Anzug hält einen Vertrag mit einem Füller zum Unterschreiben hin. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/grinvalds)

Formular: Es gibt viele formale Fallstricke, die dafür sorgen, dass ein befristeter Arbeitsvertrag unwirksam ist. (Symbolbild) (Quelle: grinvalds/Thinkstock by Getty-Images)

Immer mehr Arbeitnehmer erhalten nur befristete Verträge – solche Klauseln sind aber längst nicht immer gültig. Wer also eine neue Stelle angeboten bekommt oder auch schon angetreten hat, sollte beim Kleingedruckten genau hinschauen.

Für manche ist es die Chance auf einen Neueinstieg, für andere eine Übergangslösung: ein befristeter Arbeitsvertrag. 8,4 Prozent der Erwerbstätigen ab 25 waren 2015 in Deutschland nur auf Zeit angestellt. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor.

Doch während der Arbeitgeber davon profitiert, wenn er kurzfristig etwa einen Engpass überbrücken kann, haben Arbeitnehmer meist keine Vorteile durch die Befristung. Rechte haben sie trotzdem.

Teilzeit- und Befristungsgesetz regelt Gründe

Deren Grundlage ist das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG). Generell sei zu unterscheiden zwischen Befristungen mit und ohne Sachgrund. Liegt ein sachlicher Grund vor, darf der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis befristen. Der Grund kann eine Urlaubs-, Elternzeit- oder Krankheitsvertretung sein, aber auch ein erhöhtes Auftragsaufkommen oder eine Inventur.

Info: Nicht jede Begründung ist zulässig. Wenn eine Abteilung schon seit Monaten unterbesetzt ist, kann der Arbeitgeber nicht argumentieren, dass er jemanden nur kurzfristig als Unterstützung des Teams braucht.

"In so einem Fall ist eine Verlängerung auch mehrmals hintereinander möglich", erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht und Sozialrecht. Das gilt zum Beispiel für Saisonbetriebe, also wenn etwa ein Schwimmbad nur im Sommer geöffnet hat. Ohne Sachgrund darf der Chef den Vertrag nur auf zwei Jahre befristen – üblich beispielsweise bei einer Neuanstellung. "Der Arbeitgeber darf das Arbeitsverhältnis innerhalb der Höchstdauer maximal dreimal verlängern", erklärt Oberthür.

Mutterschutz und Elternzeit haben keine Auswirkungen

Wenn Frauen während der Vertragslaufzeit in den Mutterschutz gehen, beeinflusst das die Befristung nicht. "Das Arbeitsverhältnis läuft also am vereinbarten Datum aus, beziehungsweise wenn der Angestellte seinen Zweck erfüllt hat", sagt Oberthür. Das gilt auch, wenn Arbeitnehmer Elternzeit nehmen.

Formale Fehler ausfindig machen

Neben gesetzlichen Bestimmungen sollten Arbeitnehmer wissen, dass es viele formale Fallstricke gebe, die dafür sorgen, dass eine Befristung unwirksam ist, erklärt der Arbeitsrechtler Michael Eckert aus Heidelberg. "Das ist ein Sumpf mit vielen morastigen Löchern, in dem man als Arbeitgeber schnell versinken kann."

Für Arbeitnehmer kann es sich daher lohnen, auf etwaige Fehler im befristeten Arbeitsvertrag zu achten. Denn wenn er unwirksam ist, haben Arbeitnehmer Anspruch auf eine unbefristete Stelle. Befristungen von Arbeitsverträgen müssten zum Beispiel immer schriftlich vereinbart werden, erläutert Eckert. Eine mündliche Regelung sei generell unwirksam.

Befristung vor Antritt der Stelle regeln

Auch sei es unzulässig, die Befristung erst zu regeln, wenn der Mitarbeiter seinen Dienst schon angetreten hat. "Sie muss vor dem ersten Handschlag vereinbart werden", erklärt Eckert. Das sei "ein großes praktisches Problem", wenn etwa kurzfristig Aushilfen befristet eingesetzt werden sollen.

"Wenn einer um sieben Uhr früh seinen Dienst antritt, ist die Personalabteilung natürlich noch nicht besetzt", sagt Eckert. "Dann kann der Personaler aber nicht hinterher kommen und sagen: 'Hier, jetzt unterschreib' mal eben.'" Hat der Beschäftigte bereits die Arbeit aufgenommen, komme der Personaler zu spät: Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis ist entstanden.

Ergreifen Sie die Initiative und verkaufen Sie sich gut

Wenn Mitarbeiter in einem Unternehmen bleiben wollen, sollten sie das ihren Vorgesetzten gegenüber frühzeitig signalisieren. "Warten Sie nicht, bis ihr Vorgesetzter auf Sie zukommt. Ergreifen Sie die Initiative, um Klarheit zu schaffen", rät Bernd Slaghuis, Karriere-Coach aus Köln. Dafür sollte man den Chef um einen Termin bitten. "Dann können sich beide Seiten auf das Gespräch vorbereiten", sagt Slaghuis.

Gute Argumente für die Verlängerung: Man ist bereits eingearbeitet, versteht sich mit den Kollegen oder hat weitere Ideen für das laufende Projekt. Arbeitnehmer sollten selbstbewusst ihre Leistung und ihr Interesse an der Stelle hervorheben.

Bei Arbeitsagentur melden und nach Alternativen suchen

Oberthür warnt aber: "Angestellte sollten sich nicht darauf verlassen, dass ihr Arbeitsverhältnis verlängert wird." Spätestens drei Monate vor Vertragsende müssen sie sich bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend melden. Besser also, sich vorsorglich um Alternativen zu kümmern – auch wenn der aktuelle Arbeitgeber einem etwas in Aussicht stellt. "Und wenn Sie nicht bleiben können, schauen Sie neugierig nach vorne und gehen Sie den Jobwechsel zielgerichtet an", empfiehlt Slaghuis.

Bei Verträgen, die maximal 24 Monate gehen, können Arbeitnehmer deshalb auf eigenen Wunsch arbeitssuchend gemeldet bleiben. Eine vorzeitige Kündigung ist bei einem befristeten Arbeitsverhältnis aber nur möglich, wenn sie vertraglich vereinbart wurde.

Verwendete Quellen:
  • dpa


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