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Fehlzeiten: Wo die Deutschen am häufigsten krank sind

Fehlzeiten  

Wo die Deutschen am häufigsten krank sind

09.06.2010, 11:57 Uhr | t-online.de/business

Fehlzeiten: Wo die Deutschen am häufigsten krank sind. Übersicht: Wo die Deutschen am häufigsten krank sind. (Foto: Imago)

Übersicht: Wo die Deutschen am häufigsten krank sind. (Foto: Imago)

Die Deutschen sind durchschnittlich an 12,1 Tagen im Jahr krankgeschrieben. Das ergab der neueste Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse. Auffallend ist, dass es deutliche regionale Unterschiede beim Krankenstand gibt. Wir sagen Ihnen, in welchen Bundesländern die Deutschen am häufigsten krank sind und wo die Fehlzeiten am niedrigsten sind.

11,9 Tage wegen Krankheit im Job gefehlt

Insgesamt waren Berufstätige im letzten Jahr bundesweit durchschnittlich 11,9 Tage krankgeschrieben. Berufstätige Männer fehlten an elf Tagen im Job, berufstätige Frauen sogar an 13,2 Tagen, erklärte TK-Pressesprecherin Michaela Hombrecher gegenüber t-online.de/business.

10,0 bis 15,2 Krankheitstage

In Mecklenburg-Vorpommern waren Berufstätige und Arbeitslose an 15,2 Tagen im Jahr krank zuhause und sind damit Schlusslicht, gefolgt von Brandenburg mit 14,7 und Sachen-Anhalt mit 13,7 Krankheitstagen im Jahr. Die Baden-Württemberger dagegen waren nur an zehn Tagen krankgeschrieben und liegen damit an Platz eins der 16 deutschen Bundesländer, gefolgt von Bayern mit 10,6 und Bremen mit 11,6 Krankheitstagen.

Psychische Erkrankungen nehmen weiter zu

Hauptursachen für Fehlzeiten der Beschäftigten und Arbeitslosen in Deutschland sind danach neben Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zunehmend psychische Störungen. Von den gut zwölf Tagen, die jeder im letzten Jahr krankgeschrieben war, waren 1,6 Tage psychisch bedingt. Der Grund liegt nach Einschätzung der Krankenkasse darin, dass sich die Arbeitswelt in den vergangenen zehn Jahren deutlich verändert hat.

Arbeitsrhythmus fremdbestimmt

"Immer mehr Beschäftigungsverhältnisse sind befristet, dank moderner Kommunikationsmittel sind wir mittlerweile rund um die Uhr und nahezu überall erreichbar. Das geht an den Menschen nicht spurlos vorbei", sagt Professor Dr. Norbert Klusen, Vorsitzender des TK-Vorstandes. Er bezeichnet die heutige Arbeitswelt als "Pop up-Gesellschaft". Der Arbeitsrhythmus werde immer häufiger von den Pop up-Fenstern auf Computerbildschirmen mit E-Mail-Eingängen und Kurznachrichten diktiert.

Immer längere Krankheitsdauer

Auffallend sei auch die lange Krankheitsdauer, wie die Daten zum Krankengeld zeigen. In den ersten Jahren dieser Dekade war der Krankengeldbezug nach TK-Angaben noch rückläufig. 2004 machten die mit Krankengeld verbundenen Fehlzeiten gut 26 Prozent der Gesamtfehlzeit aus und ein durchschnittlicher Krankengeldanspruch dauerte 84 Tage. Seit der Einführung der Hartz-Gesetzgebung ist der Anteil der mit Krankengeld verbundenen Arbeitsunfähigkeiten auf fast 30 Prozent gestiegen und jeder Anspruch dauert im Durchschnitt fast 100 Tage.

Regeln für krankgeschriebene Mitarbeiter

Grundsätzlich gilt: Der Chef kann verlangen, dass kranke Mitarbeiter alles unterlassen, was ihre Genesung verzögern könnte, erklärt Fachanwältin Kati Kunze von der Kanzlei Steinkühler in Berlin. Expertin Kunze zufolge ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob der Kranke den Genesungsprozess gefährdet oder nicht. Solange der Arzt jedoch keine Bettruhe verordnet habe, dürfe der Erkrankte alltägliche Dinge wie den Einkauf erledigen oder auch spazieren gehen.

Arbeitsunfähigkeit in Tagen nach Berufen:

Berufsgruppe

2000

2008

2009

Agrarberufe, grüne Berufe

17,0

14,8

15,4

Chemiearbeiter, Kunststoffverarbeiter

16,7

16,6

17,5

Papierhersteller, -verarbeiter, Drucker

14,6

14,4

15,3

Metallberufe (Erzeugung und Bearbeitung)

18,3

17,6

18,4

Metallberufe (Installations- und Metallbauchtechnik)

16,1

15,5

16,3

Elektroberufe

15,1

14,7

15,9

Ernährungsberufe

19,3

16,4

19,5

Bau-, Bauneben- und Holzberufe

21,2

18,5

19,5

Technisch-Naturwissenschaftliche Berufe

9,9

8,4

9,0

Waren- und Dienstleistungskaufleute

11,0

10,5

11,7

Verkehrs- und Lagerberufe

17,9

17,0

18,7

Verwaltungs-, Wirtschafts und Sozialwiss. Berufe

9,7

9,0

9,8

Ordnungs- und Sicherheitsberufe

15,2

13,7

15,0

Medien-, geisteswisseschaftl. und künstlerische Berufe

9,6

8,9

9,5

Gesundheitsdienstberufe

12,6

11,4

12,5

Sozial- und Erziehungsberufe, Seelsorger

12,0

11,2

12,2

Friseure, Gästebetreuer, Hauswirtschafter, Reiniger

17,2

15,7

16,9

Hilfsarbeiter

23,7

18,9

20,4

Auszubildende

11,6

9,2

9,6

Arbeitslose

15,2

20,6

19,7

Insgesamt (Bundesdurchschnitt)

11,9

11,2

12,1

Ausflug in die Stammkneipe tabu

Chefs müssen dagegen aber nicht dulden, dass ein Ausflug regelmäßig in der Stammkneipe endet - zumal dann, wenn der Chef es seinem Mitarbeiter nachweisen kann. Damit handelt der Mitarbeiter den Anweisungen des Arztes zuwider und das kann ebenso wie eine vorgetäuschte Krankheit ein Kündigungsgrund sein.

Krankgeschrieben in den Urlaub?

Auch krankgemeldet in den Urlaub fahren ist unter normalen Umständen tabu. Denn der soll der Erholung dienen, damit der Angestellte danach wieder voll einsatzfähig ist, erläutert Kati Kunze. Krankgeschriebene Beschäftigte müssten sich wiederum bemühen, ihre Arbeitsfähigkeit schnellstmöglich wiederherzustellen. Freizeitaktivitäten in den Ferien könnten das möglicherweise gefährden.

Ausnahmen mit Chef absprechen

Anders sieht es dagegen aus, wenn der Urlaub darauf ausgerichtet ist, die Genesung zu fördern. Gerade bei psychischen Krankheiten kann das der Fall sein, wenn der Betroffene etwa aus dem alltäglichen Umfeld herausgeholt werden soll. Für diese Ausnahme sei allerdings eine entsprechende Anordnung vom Arzt zwingend notwendig, schränkt Kunze ein. Und am besten sprechen Mitarbeiter diesen Urlaub zusätzlich vorher mit dem Chef ab.

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