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AOK-Fehlzeiten-Report 2010: Müllmänner fehlen am häufigsten im Job

AOK-Fehlzeiten-Report 2010  

Müllmänner fehlen am häufigsten im Job

09.07.2010, 11:18 Uhr | dpa-AFX, t-online.de/business

Straßenreiniger gehören zu einer der Branchen mit den höchsten Fehlzeiten. (Foto: Imago)Straßenreiniger gehören zu einer der Branchen mit den höchsten Fehlzeiten. (Foto: Imago)Im letzten Jahr haben sich die Deutschen wieder etwas häufiger im Job krankgemeldet als 2008. Das ermittelte der aktuelle Fehlzeiten-Report der AOK. Am häufigsten blieben Mitarbeiter wegen Rückenschmerzen zu Hause, aber auch psychische Erkrankungen haben weiter zugenommen. Die Studie zeigt außerdem, in welchen Branchen sich die Beschäftigten wie oft krankschreiben ließen.

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Leichter Anstieg der Fehlzeiten trotz Wirtschaftskrise

Die Zahl der Fehlzeiten stieg der Studie zufolge von 4,6 Prozent in 2008 auf 4,9 Prozent im vergangenen Jahr an. Im Durchschnitt fehlten die Deutschen 17,3 Tage im Job. Das widerspricht nach Ansicht der Experten Erfahrungen aus der Vergangenheit, als wirtschaftliche Krisen häufig einen sinkenden Krankenstand mit sich brachten, weil die Beschäftigten sich aus Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes oft auch krank zum Arbeitsplatz schleppten. Die Forscher werteten für die Studie die Krankheitsdaten von 9,7 Millionen erwerbstätigen AOK-Mitgliedern aus.

Straßenreiniger und Müllmänner fehlen am häufigsten

Die meisten Fehlzeiten hatten demnach Straßenreiniger und Müllmänner. Sie waren mit 28,8 Tagen im Schnitt fast einen Monat krank. Zu den geringsten Fehlzeiten kam es unter Hochschullehrern, die nur 4,3 Tage fehlten. Nach der Statistik sind zudem Frauen häufiger, aber kürzer krank. Männer leiden vermehrt unter Muskel-Skelett-Erkrankungen und Verletzungen. Frauen eher unter Atemwegserkrankungen und Depressionen.

Berufsgruppen mit hohen und niedrigen Fehlzeiten 2009, AOK Mitglieder:

 Quelle: Fehlzeiten-Report 2010 Quelle: Fehlzeiten-Report 2010



Psycho-Erkrankungen auf Höchststand

Die Anzahl der Krankheitsfälle wegen psychischer Störungen ist im vergangenen Jahr auf einen Höchststand angestiegen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Psychisch bedingte Erkrankungen sind laut der Untersuchung für die längsten Fehlzeiten verantwortlich. "Bei einer Atemwegserkrankung fehlt ein Beschäftigter im Schnitt 6,5 Tage, bei einer psychischen Erkrankung sind es fast 23 Tage", sagte der Mitherausgeber der Studie und stellvertretender Geschäftsführer des Instituts, Helmut Schröder.

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Rückenbeschwerden ist häufigster Krankheitsgrund

Nach der AOK-Untersuchung liegen die seelischen Störungen mittlerweile an vierter Stelle bei den Ursachen für eine Erkrankung Berufstätiger. Insgesamt waren sie im vergangenen Jahr der Grund für 8,6 Prozent der ausgefallenen Arbeitstage der AOK-Mitglieder. 2008 betrug der Wert noch 8,3 Prozent. Krankheitsgrund Nummer eins bleiben mit großem Abstand Leiden an Muskulatur und Skelett. Sie sind für ein Viertel aller Erkrankungen verantwortlich. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Rückenbeschwerden.

Frühverrentung meistens durch Depressionen

Schon jetzt seien aber psychische Erkrankungen die häufigste Ursache für Frühverrentungen. 2007 begründete jeder Dritte seinen vorzeitigen Ausstieg aus dem Beruf mit hartnäckigen Depressionen oder anderen seelischen Störungen. Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamts sei durch die Volkskrankheit Depression im Jahr 2006 ein Schaden von 26,7 Milliarden Euro entstanden.

Immer mehr Stress

Die Ursachen für die deutliche Zunahme der psychischen Probleme vermuteten Gewerkschaften und Betriebsärzte im steigenden Stress einer stark veränderten und beschleunigten Arbeitswelt. Ein anderes Erklärungsmuster für den Anstieg der Fälle sei, dass die Arbeitnehmer stärker als früher bereit sind, mit Ärzten über seelische Probleme zu sprechen, hieß es in dem Bericht der "Süddeutschen Zeitung".


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