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Mobbing am Arbeitsplatz: Die zehn niederträchtigen Motive der Täter

Die niederträchtigen Motive der Mobber

25.07.2011, 10:19 Uhr | t-online.de, sia, t-online.de

Mobbing am Arbeitsplatz: Die zehn niederträchtigen Motive der Täter. Mehr als eine Million Deutsche sind von Mobbing betroffen. (Foto: imago)

Mehr als eine Million Deutsche sind von Mobbing betroffen. (Foto: imago)

Schikanen, Intrigen, Ausgrenzung: In manchem deutschen Unternehmen herrscht wahrer Psychoterror. Mehr als eine Million Beschäftigte in Deutschland waren 2010 Mobbing-Attacken von Kollegen und Chefs ausgesetzt, heißt es in einer Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA). Aber warum wird die Kollegin zur Intrigantin, was treibt Vorgesetzte dazu, einen Mitarbeiter bis aufs Äußerste zu drangsalieren? Christian Stock, Mobbing-Experte und Facharzt für Innere und Psychotherapeutische Medizin, zeigt in seinem Buch "Mobbing", was die Büro-Tyrannen antreibt.

Mehr als eine Million Deutsche sind betroffen

Laut der BAUA-Studie "Mobbing-Report" wurden 2010 drei von 100 Beschäftigten am Arbeitsplatz diskreditiert, gedemütigt, beleidigt, an ihrer Arbeit gehindert oder gar körperlich bedroht - kurz: gemobbt. Bei etwa 37 Millionen Erwerbstätigen sind das mehr als eine Million Personen.

Schikane kostet Unternehmen Milliarden

Für die Unternehmen wird das teuer: Schätzungen gehen der BAUA zufolge davon aus, dass der Produktionsausfall durch Mobbing rund 12,5 Milliarden Euro beträgt. Ein Grund mehr für Arbeitgeber und Vorgesetzte, die Schikanen zu unterbinden. Das Problem dabei: Nach Angaben der BAUA gehen fast 40 Prozent der Mobbing-Fälle auf das Konto von Vorgesetzten. Und weitere zehn Prozent der Chefs tun sich sogar mit den Kollegen zusammen, um ihrem Mobbing-Opfer das Leben schwer zu machen.

Mobbing als Ventil für Frust

Wer nicht betroffen ist, kann sich die fiesen Psychospiele im Job meist nicht erklären. In seinem Mobbing-Ratgeber zeigt Experte Stock jedoch: Wer mobbt, tut das immer aus den gleichen niederträchtigen Gründen. Kollegen zu schikanieren, könne etwa ein Ventil sein für Frustration und Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation, so Stock. Der gemobbte Mitarbeiter muss in dem Fall für den Frust des Mobbers büßen.

Angriffe auf Drückeberger

Der Klassiker unter den Mobbing-Motiven sei der Angriff auf angebliche Faulpelze und Blaumacher, deren Arbeit die übrigen Mitarbeiter mit erledigen müssen, schreibt Stock. Auch die Angst, vom Arbeitsplatz verdrängt zu werden, könne zu dem Versuch führen, den vermeintlichen Konkurrenten durch Mobbing zu vertreiben, erläutert der Mediziner. Manchmal reiche allerdings die reine Antipathie aus, um einen Kollegen dazu zu verleiten, einen anderen zu schikanieren.

So sieht der typische Mobber aus

Zu guter Letzt gäbe es dann noch den Mobber, der einfach auf Grund mangelnder Sensibilität nicht merkte, dass er einen Bürogenossen kränkt oder beleidigt, betont Stock in seinem Buch. Den typischen Mobber haben im Übrigen die BAUA-Experten ausgemacht: Beinahe 70 Prozent aller Mobbingattacken können demnach der Altersgruppe der 35- bis 54-Jährigen zugerechnet werden, 60 Prozent der Mobber seien Männer - und zwar meistens Kollegen, die schon länger als sechs Jahre im Betrieb beschäftigt sind.

Frauen und Ältere sind besonders gefährdet

Laut BAUA laufen vor allem Frauen, Auszubildende und Ältere schneller als andere Gruppen von Beschäftigten Gefahr, schikaniert zu werden. Arbeitnehmer in sozialen Berufen etwa gehen demnach nur wenig sozial miteinander um: Sie sind einem fast dreimal so hohen Mobbingrisiko ausgesetzt wie der Durchschnitt. Bank-, Sparkassen- und Versicherungsfachleute müssen immerhin mit einem fast doppelt so hohen Mobbingrisiko rechnen.

Berufsfahrer gehen respektvoll miteinander um

Mit mehr Achtung als der Durchschnitt begegnen sich Berufskraftfahrer, das Fahrpersonal des öffentlichen Personennahverkehrs sowie Reinigungs- und Entsorgungskräfte. Aber auch Landwirte, Winzer und Landarbeitskräfte tragen ein minimales Risiko, gemobbt zu werden.

Chefs sollten Anti-Mobbing-Regeln festlegen

Unternehmen, die Mobbing einen Riegel vorschieben wollen, raten die BAUA-Profis dazu, entsprechende Regeln in Dienstanweisungen beziehungsweise in den Betriebsvereinbarungen festzulegen. Neben der Definition von Mobbing sollte darin stehen, welche Sanktionen Mobber zu erwarten haben. Weitere Abhilfe schaffe ein betriebliches Beschwerderecht. Der psychologische Effekt von Anti-Mobbing-Dienstvereinbarungen: Die Hemmschwelle für potenzielle Mobber erhöhe sich, da diese wüssten, dass die Attacken gegen Kollegen geahndet würden, betonen die Experten.

Christian Stocks Ratgeber "Mobbing" ist im Haufe Verlag erschienen und kostet rund sieben Euro.

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