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IAB: Zahl der Arbeitskräfte wird dramatisch sinken

Zahl der Arbeitskräfte wird dramatisch sinken

04.08.2011, 14:12 Uhr | bv, t-online.de

IAB: Zahl der Arbeitskräfte wird dramatisch sinken. Leeres Büro: Die Zahl der Arbeitskräfte sinkt (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Leeres Büro: Die Zahl der Arbeitskräfte sinkt (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Dem deutschen Arbeitsmarkt werden in Zukunft deutlich weniger Arbeitskräfte zu Verfügung stehen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das zur Bundesagentur für Arbeit gehört. Bereits 2025 wird es demnach 3,5 Millionen weniger Erwerbstätige geben als heute - und das, obwohl damit gerechnet wird, dass vermehrt Frauen, Ältere und auch jährlich netto 100.000 mehr Zuwanderer in Deutschland arbeiten und die Lebensarbeitszeit steigt. Ohne diese Faktoren betrüge der Rückgang bis 2025 bereits 6,7 Millionen im Vergleich zu 2008.

Bis 2050 könnte das sogenannte Erwerbspersonenpotenzial sogar um insgesamt zwölf Millionen abnehmen. Würden statt 100.000 pro Jahr 200.000 Personen zuwandern, verringerte sich der Abbau nur um zwei Millionen bis 2025 bzw. acht Millionen bis 2050, hieß es in der Studie. Erst eine Nettozuwanderung von 400.000 Personen pro Jahr würde den Effekt vollständig ausgleichen - diese Zahl wird aber nicht als realistisch angesehen, vor allem nicht über längere Zeiträume.

Deutschland schrumpft unausweichlich

Insgesamt wird die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland deshalb vor allem durch die Geburtenrate bestimmt. Sie liegt derzeit bei durchschnittlich 1,4 Kindern pro Frau. Sie müsste aber bei 2,0 liegen, damit die Bevölkerung konstant bleibt, weil sich damit sowohl der Mann als auch die Frau je einmal selbst fortgepflanzt hätten. Da dies nicht allen Menschen gelingt, beispielsweise weil sie vorzeitig sterben, liegt der wahre Wert für eine konstante Bevölkerung bei einer Geburtenrate von 2,1.

Der Studie zufolge müsste besonders die Erwerbstätigkeit von Frauen stark ansteigen, um die vorhersehbaren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt abzumildern. "So steigt z. B. die Erwerbsquote der 30- bis 49-jährigen Frauen von 86,6 Prozent im Jahr 2008 auf 93,4 Prozent im Jahr 2050", heißt es in der Studie. Auch von den 60- bis 64-Jährigen arbeiten dann deutlich mehr: 67,3 Prozent (2050) im Vergleich zu 44,5 Prozent (2008).

Einfluss der geburtenstarken Jahrgänge

Der jährliche Rückgang der Erwerbstätigen verläuft dabei nicht gleichmäßig, sondern zunächst stärker. Das liegt daran, dass die geburtenstarken Jahrgänge der 60er Jahre nach und nach in Rente gehen. Laut Studie ist die Babyboom-Generation bis 2040 aus dem Erwerbsleben ausgeschieden. "Da der Bevölkerungsbestand immer kleiner wird, schwächt sich der Abwärtstrend nach 2026 wieder ab", schreiben die Arbeitsmarktforscher.

"Selbst wenn es gelingt, dass sich mehr Ältere, Frauen, Ausländer und Ausländerinnen am Erwerbsleben beteiligen, muss man sich längerfristig auf eine deutlich kleinere Bevölkerung und ein viel geringeres Arbeitskräftepotenzial einstellen", so die Autoren. Da auch die Zuwanderung das Defizit nicht ausgleichen könne, müsse vor allem der Übergangsprozess positiv gestaltet werden.

Fachkräftebedarf passt sich an

Vor allem das Potenzial von Geringqualifizierten müsse besser genutzt werden. "Der Rückgang des Arbeitskräfteangebots führt nicht zwangsläufig zu einem Fachkräftemangel im Sinne eines dauerhaften Nachfrageüberschusses gegenüber dem Angebot", hieß es in der IAB-Studie. Zum einen passe sich der Fachkräftebedarf an die Gegebenheiten an, zum anderen können entsprechende Bildungsanstrengungen die Qualifikation des Erwerbspersonenpotenzials verbessern.

Zu den Auswirkungen auf die Wirtschaft, die Zahl der Arbeitslosen und die Sozialsysteme machten die Forscher keine Angaben.

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