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Als Ostdeutsche gemobbt: Buchhalterin erhält Schmerzensgeld

Als Ostdeutsche gemobbt: Buchhalterin erhält Schmerzensgeld

24.08.2011, 18:00 Uhr | dpa, t-online.de, sia, t-online.de, dpa

Als Ostdeutsche gemobbt: Buchhalterin erhält Schmerzensgeld . Auch in vielen deutschen Firmen herrscht wahrer Psychoterror (Quelle: imago images)

Auch in vielen deutschen Firmen herrscht wahrer Psychoterror (Quelle: imago images)

Schikanen, Intrigen, Ausgrenzung: Mehr als eine Million Beschäftigte in Deutschland waren im letzten Jahr Mobbing-Attacken im Job ausgesetzt, heißt es in einer Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA). Für Chefs können solche Schikanen teuer werden. Ein Firmenlenker aus Österreich beispielsweise mobbte seine Buchhalterin und beleidigte sie wegen ihrer Herkunft als Ostdeutsche. Jetzt muss er seiner ehemaligen Mitarbeiterin 5900 Euro Schmerzensgeld zahlen. Wir erläutern Ihnen das Urteil.

Wochenlange Beleidigungen wegen der Herkunft

Der Kärntner Chef beschimpfte und kritisierte die heute 51 Jahre alte Frau aus Brandenburg wochenlang, die seit einigen Jahren in der Region lebt. "Beleidigungen wegen ihrer Herkunft waren Teil der diskriminierenden Äußerungen", erklärte Juristin Michaela Eigner von der Arbeiterkammer Kärnten der Nachrichtenagentur dpa.

Mobbing-Attacken machen Frau krank

Sein Betrieb dulde keine "ostdeutschen Methoden", hielt der Unternehmer der Frau laut Gerichtsurteil unter anderem vor. Die Frau habe durch die Mobbing-Attacken körperliche Symptome entwickelt und über Wochen an Gastritis, Schlafstörungen und Depressionen gelitten. Der Oberste Gerichtshof in Wien habe das Urteil zweier Gerichte in Klagenfurt und Graz in letzter Instanz bestätigt, erläuterte Eigner.

Seelischer Schmerz als Körperverletzung anerkannt

Die Arbeitnehmer-Schutzorganisation nennt das Urteil "richtungsweisend" für Österreich: "Erstmals wurden durch Mobbing verursachte seelische Schmerzen als Körperverletzung anerkannt", sagte Eigner. Die 51-Jährige hat sich nach Angaben der Arbeiterkammer mittlerweile erholt und beruflich wieder Fuß gefasst.

Chef muss Schikanen stoppen

Mobbing reicht von Anschreien, Telefonterror, Drohungen und Redeverbot bis zu sexueller Belästigung und körperlicher Gewalt. Solchen Attacken sollten deutsche Chefs so früh wie möglich einen Riegel vorschieben, weil Arbeitgeber hierzulande für den Schutz der Persönlichkeit und der Gesundheit des Arbeitnehmers verantwortlich sind. So schreibt es Paragraf 241 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) vor.

Das Betriebsverfassungsgesetz legt außerdem fest, dass Arbeitgeber und Betriebsrat die freie Entfaltung der im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer zu schützen und zu fördern haben. Geschieht das nicht, kann ein Mobbingopfer auch in Deutschland Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche geltend machen.

Pflegedienstleiterin erhielt 30.000 Euro Schmerzensgeld

In diesem Sinne hat etwa das Arbeitsgericht Cottbus einer Pflegedienstleiterin in einem Altenheim 30.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen (Az.: 7 Ca 1960/08). "Frauen meckern nur und sind alle niederträchtig und boshaft, so wie Sie", hatte in dem Fall der Geschäftsführer wörtlich im Beisein anderer Personen zu der Mitarbeiterin gesagt.

Das Gericht verurteilte den Arbeitgeber der Frau außerdem dazu, dem Mobbingopfer alle weiteren Gesundheits- und sonstigen Schäden zu ersetzen. Der Arbeitgeber habe durch das Verhalten des Vorgesetzten seine Fürsorgepflicht und das Persönlichkeitsrecht der Mitarbeiterin verletzt.

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