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Olaf Koch wird neuer Vorstandschef der Metro

Olaf Koch wird neuer Vorstandschef der Metro

02.01.2012, 08:32 Uhr | dpa, dpa-AFX, dpa-AFX, dpa, t-online.de

Olaf Koch wird neuer Vorstandschef der Metro. Olaf Koch ist seit 2009 im Vorstand der Metro AG (Quelle: dpa)

Olaf Koch ist seit 2009 im Vorstand der Metro AG (Quelle: dpa)

Die Führungskrise bei Deutschlands größtem Handelskonzern Metro ist beendet: Metro-Finanzvorstand Olaf Koch übernimmt zum 1. Januar 2012 den Vorstandsvorsitz, wie die Metro am am Freitagabend mitteilte. Gleichzeitig wählte das Gremium Franz Markus Haniel zum Vorsitzenden des Metro-Aufsichtsrats.

Olaf Koch erst 41 Jahre alt

Deutschlands größter Handelskonzern will damit einen Schlussstrich unter seine Personalquerelen ziehen. Seit Tagen galt der 41-jährige Manager und Fachmann für Zahlen, Olaf Koch, unter den Anteilseignern als erster Anwärter auf den Posten. Bis zuletzt wurde jedoch spekuliert, dass Kochs Ernennung am Widerstand der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat scheitern könnte. Sie hätten sich lieber den 58-jährigen Franzosen Joel Saveuse, ein erfahrener Handelsexperte und Vorstandsmitglied, als neuen Metro-Chef gewünscht.

Doch nach dem wochenlangen Führungsgerangel stieg der Handelsdruck. Schließlich kündigten sowohl der Kapitän als auch der Steuermann - Vorstandschef Eckhard Cordes und der Vorsitzende des Aufsichtsrates Jürgen Kluge - an, das Schiff zu verlassen.

Franz Markus Haniel sorgte für die Mehrheit

Franz Markus Haniel, der auf der Sitzung am Freitag zum neuen Vorsitzenden des Metro-Aufsichtsrates gewählt wurde, war gefordert und sondierte. Der Sprecher des Großaktionärs sorgte dafür, dass die notwendige Mehrheit für Koch unter den Räten auch zustande kam. Das neue Vorstandsteam mit Koch an der Spitze stehe "für Erfolg und Kontinuität bei der Neuausrichtung des Unternehmens", sagte Franz Markus Haniel.

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Generationswechsel bei Metro

Der junge Topmanager und enge Vertraute von Cordes steht auch für einen Generationswechsel im Metro-Konzern. Koch braucht keine Einarbeitungszeit, er kennt den Handelsriesen aus dem Effeff. Das gilt vor allem für die Bilanzzahlen - und da fordern die Kapitaleigner vor allem zwei Dinge: Rendite und einen steigenden Aktienkurs. Obwohl Metro im vergangenen Jahr eines der besten Unternehmensergebnisse abgeliefert hat, sind die Aktionäre seit Anfang 2011 um einiges ärmer geworden: Die Metro-Aktie, die am Freitag bei rund 35,80 Euro notierte, hat seit Jahresanfang rund 40 Prozent an Wert verloren.

Zahlenexperte steht für strikten Sparkurs

Vom eingeschlagenen Sparkurs wird Koch deshalb kaum abzubringen sein. Darüber hinaus muss er Stehvermögen zeigen: Aktionärsschützer sind überzeugt, dass für ihn die Führung des Handelsriesen kein Zuckerschlecken wird. Die wichtigste Baustelle ist die schwächelnde Elektronikfachmarktkette Media-Saturn, die im zweiten Quartal sogar Verluste schrieb, inzwischen aber wieder im Aufwind ist. Das Unternehmen, an dem Metro mit 75 Prozent beteiligt ist, hatte den Internethandel lange Zeit vernachlässigt. Zudem gilt es, eine Dauerfehde zwischen Metro und dem Minderheitsaktionär Erich Kellerhals, die inzwischen auch gerichtlich ausgetragen wird, zu beenden.

Hinzu kommt der nach wie vor laufende Verkauf der Warenhauskette Kaufhof. Außerdem muss über die Zukunft des Lebensmittelhändlers Real entschieden werden, bei der der Verkauf eine von mehreren Optionen ist. In den vergangenen Tagen ist bei Kaufhof neue Dynamik in den Verkaufsprozess gekommen. Interesse haben unter anderem die österreichische Immobilienfirma Signa und der Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen angemeldet.

Koch muss für Ruhe im Konzern sorgen

Doch zunächst muss der neue Vorstandsvorsitzende Koch, der Chef von weltweit 290 000 Beschäftigten sein wird, dafür sorgen, dass wieder Ruhe einkehrt in den Konzern. Im Machtkampf der vergangenen Monate ging viel Porzellan zu Bruch. Jetzt soll das Tagesgeschäft wieder in den Vordergrund rücken.

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