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EnBW-Chef Villis vermisst Unterstützung und geht

EnBW-Chef Villis vermisst Unterstützung und geht

23.12.2011, 15:51 Uhr | dapd, dapd , t-online.de

EnBW-Chef Villis vermisst Unterstützung und geht. Keine Vertragsverlängerung: EnBW-Chef Hans-Peter Villis (Quelle: dpa)

Keine Vertragsverlängerung: EnBW-Chef Hans-Peter Villis (Quelle: dpa)

Der drittgrößte deutsche Energieversorger EnBW steht vor einem Führungswechsel. Frustriert vom mangelnden Rückhalt der Anteilseigner wirft Vorstandschef Hans-Peter Villis die Brocken hin. Er habe dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Claus Dieter Hoffmann, mitgeteilt, dass er nach dem Auslaufen seines Vertrages im September 2012 nicht für eine Verlängerung zur Verfügung stehe, teilte das Unternehmen in Karlsruhe mit. "Aus seiner Sicht kann er nicht mehr vom ungeteilten Vertrauen des Aufsichtsrats ausgehen", hieß es.

Nach SWR-Informationen haben die beiden Haupteigentümer der EnBW, das Land Baden-Württemberg und der Kommunalverband OEW, Villis deutlich gemacht, dass sie nicht mehr mit ihm planen. In vertraulicher Runde hatte Villis schon im September Klarheit über eine Vertragsverlängerung bis zum Ende diesen Jahres gefordert. Bisher hatte sich der Aufsichtsrat aber nicht mit der Personalie befasst. Auch auf seiner letzten Sitzung vor Weihnachten am Donnerstag (8. Dezember) stand das Thema nicht auf der Tagesordnung.

Villis' Weggang wird hingenommen

Echtes Bedauern sieht anders aus: Die Ankündigung von Villis kommentierten Hoffmann und der baden-württembergische Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD), der ebenfalls im Aufsichtsrat sitzt, jeweils mit den Worten, dass sie die Entscheidung respektieren. Hoffmann betonte, dass Villis wesentliche Projekte bei der thermischen Erzeugung, bei erneuerbaren Energien und internationalen Beteiligungen initiiert und erfolgreich umgesetzt habe.

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Schmid sagte, der Rückzug gebe den Hauptanteilseignern die Chance, den drittgrößten deutschen Energieversorger personell und strategisch voranzubringen. Die mittelfristige Strategie für die kommenden zwei Jahre stehe. Deswegen solle die Suche nach einem Nachfolger "zügig, aber nicht überhastet" vollzogen werden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) dankte Villis "für seine geleistete Arbeit in einer schwierigen Phase für das Unternehmen".

EnBW setzte lange auf Atomkraft

Der 1958 in Castrop-Rauxel geborene Villis hatte den drittgrößten deutschen Energieversorger vier Jahre lang geführt. Kritik gab es an seinem langen Festhalten an der Kernenergie. Die EnBW hatte mit einem Anteil von 51 Prozent am Energiemix von allen Stromversorgern am stärksten auf die Atomkraft gesetzt.

Im Dezember 2010 hatte der damalige CDU-Ministerpräsident Stefan Mappus die Übernahme von 46,5 Prozent der EnBW-Anteile durch das Land angekündigt. Als Grün-Rot im März 2011 die Landtagswahl gewann, zeichnete sich ein gespanntes Verhältnis zwischen dem Atombefürworter Villis und der neuen Regierung ab.

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