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SNB-Präsident Philipp Hildebrand tritt zurück

Insider-Vorwürfe  

Präsident der Schweizerischen Nationalbank tritt zurück

09.01.2012, 16:19 Uhr | AFP, dapd, t-online.de - mmr, AFP , dapd

SNB-Präsident Philipp Hildebrand tritt zurück . Philipp Hildebrand, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, tritt zurück  (Quelle: dpa)

Philipp Hildebrand, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, tritt zurück (Quelle: dpa)

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Philipp Hildebrand, hat seinen Rücktritt erklärt. Hildebrand werde mit sofortiger Wirkung sein Amt niederlegen, teilte die Zentralbank am Montag mit. Auf einer Pressekonferenz am Nachmittag werde Hildebrand "eine Anzahl Dokumente veröffentlichen", hieß es weiter. Hildebrand steht seit Wochen wegen des Verdachts des Insiderhandels bei Devisen-Geschäften in der Kritik. Vergangene Woche hatte er sich noch als Opfer "politischer Ziele" bezeichnet.

Vor Franken-Fixierung US-Dollar gekauft

Hildebrands Ehefrau Kashya hatte am 15. August ohne sein Wissen 400.000 Franken in Dollar getauscht und angelegt. Der Schweizer Franken stand damals im Vergleich zum Dollar nahe einem historischen Höchststand. Drei Wochen später legte die Notenbank als Mittel gegen die anhaltende Aufwertung des Franken einen Mindest-Wechselkurs zum Euro fest, woraufhin nicht nur der Euro, sondern auch der Dollar gegenüber dem Franken stark anstieg.

Beteuerungen halfen nicht

Im Oktober tauschte Kashya Hildebrand, früher von Beruf Finanzmanagerin, fast die gleiche Summe zurück in Schweizer Franken. Ihr Gewinn: knapp 67.000 Franken (55.000 Euro). Im Dezember wurde das Geschäft bekannt. Am vergangenen Donnerstag beteuerte Hildebrand in einer Pressekonferenz, seine Frau habe eigenständig spekuliert, er habe erst nach dem Kauf von dem Geschäft erfahren.

Der Schweizer Nationalbankpräsident begründete seinen Rücktritt damit, dass es ihm nicht möglich sei, einen Beweis dafür zu erbringen, dass seine Frau ohne sein Wissen die umstrittene Finanztransaktionen veranlasst habe. Am 5. und 6. Januar habe er von "weiteren Elementen" Kenntnis erhalten, darunter von einer E-Mail vom 16. August von seinem Kundenberater.

Hildebrand kann keinen definitiven Beweis erbringen

In Anbetracht der andauernden und vehementen öffentlichen Debatte rund um die Finanztransaktionen und nach eingehendem Nachdenken sei er zum Schluss gekommen, dass es nicht möglich sei, einen "abschließenden und definitiven Beweis" zu liefern, dass die Finanztransaktionen ohne sein Wissen angeordnet worden seien, sagte Hildebrand am Nachmittag in Bern.

Die "Weltwoche" hatte dem SNB-Präsidenten in der vergangenen Woche vorgeworfen, selber den umstrittenen Devisenkauf angeordnet zu haben, und deshalb seinen Rücktritt gefordert. Daraufhin war die SNB an die Öffentlichkeit gegangen und hatte den Prüfbericht der SNB-Revisionsstelle PwC offengelegt.

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