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Unzufrieden? So klappt der Jobwechsel

Unzufrieden? So klappt der Jobwechsel

27.02.2012, 20:00 Uhr | dpa-tmn, dpa-tmn

Unzufrieden? So klappt der Jobwechsel. Ein Abschied ist manchmal gut für die Weiterentwicklung (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Abschied ist manchmal gut für die Weiterentwicklung (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Menschen fühlen sich in ihrem Job nicht ausreichend anerkannt und unzufrieden. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für den Absprung? Wo soll man hin? Diese Fragen belasten den Arbeitnehmer häufig, so dass gar nichts verändert wird. Das hat allerdings oft Auswirkungen auf die Gesundheit. Bei diesen Anzeichen sollten Sie handeln!

Den Job wechseln, sich selbstständig machen, noch einmal studieren? Klingt verlockend. Doch große berufliche Entscheidungen haben die Eigenschaft, immer weiter aufgeschoben zu werden - bis am Ende gar nichts passiert. Die Angst, etwas falsch zu machen, ist meist zu groß. Wer sich über ein paar wichtige Punkte klar wird, für den ist der Wechsel aber kein unüberwindbares Hindernis mehr.

Wie stark wird man vom Job belastet?

"Wenn die Lebendigkeit gedämpft wird, im Büro und privat, dann ist das ein Warnsignal", sagt der Karrierecoach Martin Wehrle aus Jork bei Hamburg. "Ich kann immer schauen, ob ich am Arbeitsplatz mehr von dem bekomme, was mich zufrieden macht." Doch bei vielen stelle sich heraus, dass eine Veränderung fällig wird. Das sieht die Karriereberaterin Carolin Lüdemann aus Stuttgart ähnlich: "Wenn es absehbar ist, dass sich nichts ändert, dann ist es mehr als eine Phase." Und dann muss ein Schnitt kommen.

Wehrle präzisiert diese Frage für seine Kunden gerne so: "Was würden Sie tun, wenn Sie beliebig Geld zur Verfügung hätten und trotzdem arbeiten wollten?" Bei dieser Herangehensweise würden die Menschen weggelenkt vom Materiellen hin zu ihren wirklichen Wünschen. "Ich muss wissen, was mir wichtig ist und welche Voraussetzungen ich brauche, um das zu verwirklichen."

Wichtig: Konkrete Ideen entwickeln

Karrierecoach Lüdemann betont, es komme auf eine möglichst detailgetreue und bildhafte Vorstellung von der eigenen Zukunft an: Wie fahre ich zur Arbeit, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto? Wie sieht der Empfang aus? Habe ich ein Büro, habe ich einen Chef? "Dann sagen viele Klienten: Das weiß ich nicht. Aber 'weiß ich nicht' gibt es nicht." Die Vision sei dann nicht konkret genug. "Wir brauchen jemanden, der die richtigen Fragen stellt", ergänzt Wehrle. "Die Antworten haben wir schon in uns." Wie so oft helfe es, alle Überlegungen präzise aufzuschreiben.

"Bei alltäglichen Entscheidungen haben wir Faustregeln, die wir verwenden", erläutert Prof. Lioba Werth von der Universität Chemnitz. "Bei persönlich sehr bedeutenden Entscheidungen versagen unsere Routinen häufig. Fremde Dinge machen uns eher Angst als Vertrautes", sagt die Psychologin.

Viele haben Angst vor der Ungewissheit

"Die Angst, etwas falsch zu machen, führt dazu, dass wir keine Entscheidung treffen", bestätigt Lüdemann. "Wenn ich aber den ersten oder auch dritten Schritt gemacht habe und merke, es geht in eine falsche Richtung, kann ich immer noch gegensteuern." Alles oder nichts - das ist also der falsche Denkansatz. "Wer gar nicht geht, für den bleibt alles beim Alten."

"Der große Schritt macht mir Angst, deshalb sind Teilschritte besser", sagt Lüdemann. "Ich gehe einen nach dem anderen." Sie rät zur 1-2-3-Methode, die zwar banal klinge, aber nützlich sei: Was ändert sich nach einem Tag? Was nach zwei Monaten? Was nach drei Jahren? "Die Frage ist dann: Ist die Veränderung nach drei Jahren so viel Wert, dass ich es in Kauf nehme, nach zwei Monaten eine Durststrecke zu haben?"

Weitere Entwicklung mit Bedacht planen

Wie mache ich den ersten Schritt? Wehrle rät: "Lieber erstmal einen Fuß auf das Eis setzen und probieren, wie es trägt, drei Schritte machen und den Rückweg offen halten." Schließlich geht es um etwas, die meisten leben in materiellen Zwängen: Kinder, Miete, ein Haus. "Kaum jemand ist vollständig frei."

Bei der Überwindung der ersten Hürden hilft ein Zeitplan. "Die Dinge, die wir tun, sind manchmal zäh wie Gummi. Studien haben gezeigt: So viel Zeit, wie wir uns geben, so viel Zeit brauchen wir auch", erklärt Lüdemann. Sich positiv unter Druck zu setzen, habe deshalb Sinn. "Aber es muss realistisch bleiben. Wenn ich mir etwas aufbürde, was nicht machbar ist, bin ich verfolgt von Misserfolgen."

Erfolg kommt durch Fokussierung

Wann gibt es kein Zurück mehr? Wehrle vergleicht das mit dem Absprung von einer Schanze: "Man merkt, man muss springen, sonst fällt man runter. Nur viele springen entweder zu früh, sie werfen alles hin und haben dann nichts mehr, oder sie verpassen den Absprung." Ist die innere Sicherheit groß genug, werde die Entscheidung unumkehrbar: "Wenn man seine Energie die ganze Zeit streut, macht man alles ein wenig, aber nichts richtig. Wenn ich auf einem bestimmten Feld erfolgreich sein will, muss ich meine ganze Energie darauf konzentrieren."

Der Lohn für diese Mühen ist groß: "Wir sind glücklich, wenn wir spüren, durch unser eigenes Handeln unseren Zielen näher zu kommen", sagt Prof. Werth. Dieses abstrakte, unscharfe Gefühl von Glück, nach dem letztlich jeder Mensch sucht, hat viel damit zu tun, Dinge freiwillig und selbstbestimmt zu tun. "Ansonsten geht uns Energie verloren bei allem, was wir tun. Es passiert dann leicht, dass wir über unsere psychischen Verhältnisse leben."

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