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Keine Abfindung für gestrauchelten Yahoo-Chef Scott Thompson

Keine Abfindung für gestrauchelten Yahoo-Boss

15.05.2012, 10:35 Uhr | dpa, t-online.de

Keine Abfindung für gestrauchelten Yahoo-Chef Scott Thompson . Er galt als großer Hoffnungsträger bei Yahoo: Scott Thompson (Quelle: dapd)

Er galt als großer Hoffnungsträger bei Yahoo: Scott Thompson (Quelle: dapd)

Ex-Yahoo-Chef Scott Thompson wird von dem Internetunternehmen zum Abschied keine Abfindung erhalten. Das geht aus einer Börsenmitteilung von Yahoo hervor. Thompson kann allerdings seinen Antrittsbonus von 1,5 Millionen Dollar und Aktien im Wert von 5,5 Millionen Dollar behalten, die er von Yahoo bekommen hatte, nachdem er von eBay herüber gewechselt war. Thompson hatte sich bei Yahoo und bei früheren Arbeitgebern mit einem Uni-Abschluss beworben, den er in Wahrheit gar nicht besitzt.

Thompson war am Sonntag aus dem Unternehmen ausgeschieden, nachdem ein Großaktionär den falschen Titel in Computerwissenschaften in seinem Lebenslauf entdeckt und ihn damit öffentlich unter Druck gesetzt hatte. Wie mehrere US-Medien berichten, habe Thompson dem Yahoo-Verwaltungsrat und Kollegen zudem kurz vor seinem Rückzug eröffnet, dass er an Schilddrüsenkrebs leide. Öffentlich hatte sich Thompson nicht geäußert, sondern war abgetaucht.

Unrühmlicher Abgang

Thompson ist formell zwar nicht entlassen worden, die am Montag veröffentlichte Vertragsauflösung nimmt ihm jedoch alle versprochenen Zahlungen. Dem "Wall Street Journal" zufolge war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, Thompsons Versuch, den falschen Titel auf einen Personaldienstleister zu schieben.

Es ist schon der zweite unrühmliche Abgang eines Yahoo-Chefs binnen kurzer Zeit. Thompson war erst zu Jahresbeginn angetreten. Seine Vorgängerin Carol Bartz war im vergangenen Herbst gefeuert worden, weil sie es nicht geschafft hatte, den Umsatzschwund des Unternehmens zu stoppen. Monatelang war Yahoo führungslos. Thompson hatte erste Erfolge vorweisen können. Ein endgültiger Nachfolger wird noch gesucht.

Kritischer Investor weitet Einfluss bei Yahoo aus

Noch größere Auswirkungen auf Yahoo dürfte der Umbruch im Verwaltungsrat haben, bei dem der kritische Investor Daniel Loeb mit zwei Vertrauten ins oberste Konzerngremium einzog. Loeb, der den falschen Titel öffentlich gemacht hat, hält knapp sechs Prozent an Yahoo. Er will aggressiv vorgehen, um den Aktienkurs zu steigern.

Für Loeb endete die Kontroverse um Thompson mit einem Sieg auf ganzer Linie: Laut der Börsenmitteilung wird Yahoo seinem Hedge Fonds Third Point, der seit Monaten mit dem Management im Clinch lag, sogar Kosten von bis zu vier Millionen Dollar erstatten.

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