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50 Wochenstunden: Geringverdiener schuften für ihre Existenz

50 Wochenstunden: Geringverdiener schuften für ihre Existenz

22.05.2012, 15:06 Uhr | AFP

50 Wochenstunden: Geringverdiener schuften für ihre Existenz. Studie: Geringverdiener in Deutschland  arbeiten wöchentlich 50 Stunden und mehr (Quelle: dpa)

Studie: Geringverdiener in Deutschland arbeiten wöchentlich 50 Stunden und mehr (Quelle: dpa)

Ein Viertel der Geringverdiener in Deutschland mit Vollzeitjob arbeitet oft 50 Stunden pro Woche und mehr. Das berichtet die "Berliner Zeitung" aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Es sei ein "sozialpolitisches Problem", wenn diese Menschen nur mit sehr langen Arbeitszeiten über die Runden kämen, heißt es demnach in der Studie. Die Beschäftigten riskierten gesundheitliche Beeinträchtigungen. Die Gesellschaft koste dies Geld.

Als Geringverdiener gelten Arbeitnehmer, die weniger als zwei Drittel des mittleren Stundenlohns erhalten. 2010 lag die Schwelle bei 9,26 Euro brutto. Laut DIW arbeiten fast 900.000 Geringverdiener hierzulande mindestens 50 Wochenstunden, wie die "Berliner Zeitung" berichtete. Sehr lange im Einsatz seien beispielsweise Kraftfahrer, Lagerarbeiter und Beschäftigte im Gastgewerbe.

Zu lange Arbeitszeiten nicht erlaubt

"So lange Arbeitszeiten wie bei den Niedriglöhnern gibt es ansonsten nur am oberen Ende der Einkommensskala, also bei Gutverdienern in Vollzeit", zitierte die Zeitung Studienautor Karl Brenke. Das DIW verweise auch auf das Arbeitszeitgesetz, nach dem die Wochenarbeitszeit nicht dauerhaft länger als 48 Stunden sein darf.

Im Durchschnitt arbeiten Geringverdiener mit Vollzeitjob laut DIW-Studie 45 Wochenstunden - und damit zwei Stunden mehr als alle anderen Vollzeitkräfte. Insgesamt erhielten demnach im Jahr 2010 rund 22 Prozent aller Beschäftigten einen Niedriglohn. Mehr als die Hälfte übte eine Tätigkeit aus, für die eine Lehre oder ein Hochschulabschluss nötig ist. Zu diesen Beschäftigten gehörten etwa Verkäufer, Arzthelfer, Bäcker, Berufe im Gastgewerbe, Friseure und Pflegekräfte.

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