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Die Deutschen schuften mehr denn je

Die Deutschen schuften mehr denn je

02.07.2012, 10:23 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Die Deutschen schuften mehr denn je. Von wegen Freizeitgesellschaft: Die Zahl der Arbeitsstunden hierzulande wächst (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Von wegen Freizeitgesellschaft: Die Zahl der Arbeitsstunden hierzulande wächst (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Deutschen arbeiten so viel wie zuletzt vor 20 Jahren. Im ersten Quartal 2012 haben sie mehr als 15 Milliarden Arbeitsstunden geleistet, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg mit. "Übertroffen wurde dieser Wert lediglich kurz nach der Wende während des Wiedervereinigungsbooms", erläuterte IAB-Sprecher Wolfgang Braun.

Mehr Arbeitsstunden durch gestiegene Beschäftigtenzahl

Im Vergleich zum ersten Quartal 2011 wuchs die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden damit um 2,3 Prozent auf insgesamt 15,024 Milliarden. Nach Angaben der IAB-Arbeitsmarktforscher Eugen Spitznagel und Ines Zapf geht der Effekt zu zwei Dritteln auf das Konto der gestiegenen Beschäftigtenzahl. Im ersten Quartal 2012 sei die Zahl der Jobs im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent auf 41,143 Millionen gestiegen.

Dadurch seien auch mehr Arbeitsstunden geleistet worden. Zudem habe in diesem Zeitraum jeder Bundesbürger im Schnitt etwas mehr Stunden gearbeitet als vor einem Jahr. Dazu habe allerdings auch beigetragen, dass einige Feiertage - anders als im Vorjahr - auf das Wochenende fielen.

Bundesbürger machen weniger bezahlte Überstunden

Die betriebliche Wochenarbeitszeit habe sich dagegen mit 37,96 Stunden im Vergleich zum ersten Quartal 2011 kaum verändert. Die Zahl der bezahlten Überstunden ist nach Erkenntnissen der Nürnberger Arbeitsmarktforscher zum Jahresanfang sogar leicht gesunken. Im untersuchten Zeitraum fielen 328,04 Millionen Überstunden an.

Die Guthaben auf den in einigen Branchen üblichen Arbeitszeitkonten sind erstmals seit Jahresanfang 2010 wieder leicht geschmolzen. "Diese Rückgänge können als Vorboten einer langsameren Gangart der Wirtschaft gedeutet werden", urteilen die Arbeitsmarktforscher.

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