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Arbeitsmarkt: Atypische Beschäftigung nimmt zu

Immer mehr unsichere Jobs in Deutschland

31.07.2012, 09:52 Uhr | dpa, AFP

Arbeitsmarkt: Atypische Beschäftigung nimmt zu. Unsichere und schlecht bezahlte Jobs in Deutschland erreichen einen Rekordwert (Quelle: dpa)

Die Arbeitslosigkeit ist im August leicht gestiegen (Quelle: dpa)

Immer mehr Menschen in Deutschland sind in Teilzeit, Leih- und Zeitarbeit, befristet oder geringfügig beschäftigt. Fast acht Millionen Menschen in Deutschland arbeiteten 2011 als sogenannte atypisch Beschäftigte - so viele wie nie zuvor. Jeder fünfte Erwerbstätige war damit nicht in einem Normalarbeitsverhältnis beschäftigt. 23,7 Millionen Arbeitnehmer hatten dagegen einen unbefristeten und sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjob und damit 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Atypische Beschäftigung nahm um 1,1 Prozent zu.

Der Anstieg bei den atypisch Beschäftigten im vergangenen Jahr fiel allerdings schwächer aus als in den Jahren zuvor, wie die Statistiker mitteilten. Trotzdem erreichte die Zahl der nicht regulär Beschäftigten mit 7,9 Millionen Menschen einen neuen Höchststand. Insgesamt seien 22,1 Prozent der Erwerbstätigen atypisch beschäftigt gewesen, 66,2 Prozent seien normal angestellt gewesen, der Rest habe selbstständig gearbeitet oder unbezahlt im Familienbetrieb geholfen.

Zu den normalen Arbeitsverhältnissen zählt das Statistische Bundesamt Arbeitsplätze mit unbefristeter und sozialversicherungspflichtiger Vollzeittätigkeit. Als Vollzeitbeschäftigte gelten Arbeitnehmer ab 21 Stunden Wochenarbeitszeit. Leiharbeit fällt hingegen nicht unter die reguläre Beschäftigung. Ebenfalls nicht mitgezählt werden Menschen, die sich in der Ausbildung befinden, eine Schule besuchen, studieren oder älter 64 Jahre sind.

Unbefristete Stellen ebenfalls gestiegen

Die Zahl der unbefristeten Vollzeitstellen ist im vergangenen Jahr allerdings ebenfalls deutlich gestiegen - deutlicher sogar als die der atypischen Beschäftigungsverhältnisse wie Mini- oder Leiharbeitsjobs. 23,67 Millionen Arbeitnehmer hatten 2011 einen unbefristeten und sozialversicherungspflichtigen Vollzeitjob und damit 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. "Die Normalarbeitsverhältnisse haben somit wesentlich zum Beschäftigungswachstum beigetragen", erklärten die Statistiker.

Die Normalarbeitsverhältnisse seien bis 2005 stetig gesunken, teilten die Statistiker mit. Seit 2006 sei hingegen wieder ein Anstieg zu verzeichnen. 2011 sei dieser "besonders deutlich ausgefallen". Dennoch habe die Zahl der Normalbeschäftigten mit 23,67 Millionen niedriger gelegen als noch zehn Jahre zuvor (2001: 23,74 Millionen) und deutlich unter der Zahl von 1991, als noch 26,83 Millionen Menschen ein "normales" Arbeitsverhältnis hatten.

DGB fordert Mindestlohn

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft in Köln erklärte, die Zahlen der Statistiker zeigten, "dass sich in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der flexiblen Jobs nicht auf Kosten der Normalarbeitsverhältnisse erhöht hat". Zudem seien viele dieser sogenannten flexiblen Stellen auf Wunsch der Arbeitnehmer entstanden. Dies gelte nicht zuletzt für die Teilzeitarbeit, erklärte das IW.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht trotz der aktuellen Zahlen Handlungsbedarf in Politik und Wirtschaft. Bei dem Anstieg normaler Beschäftigung handle es sich um keine einheitliche Entwicklung, erklärte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. "Während vorausschauende Unternehmen Fachkräfte mit unbefristeten Verträgen binden, setzen andere weiter auf Lohndumping, Leiharbeit und Arbeitnehmer in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen." Auch deswegen sei ein gesetzlicher Mindestlohn "überfällig".

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