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Heimkinder schufteten für Swarovski im Akkord

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Heimkinder schufteten für Swarovski im Akkord

15.08.2012, 09:06 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Heimkinder schufteten für Swarovski im Akkord. Mit glitzerndem Kristallschmuck macht Swarovski Milliarden-Umsätze (Quelle: dapd)

Mit glitzerndem Kristallschmuck macht Swarovski Milliarden-Umsätze (Quelle: dapd)

Mit funkelnden Kristallen macht Swarovski beste Geschäfte. Jetzt ist der österreichische Glasschmuck-Konzern in die Kritik geraten. Einem Zeitungsbericht zufolge hat das in Wattens in Tirol ansässige Unternehmen in den 1960er-Jahren Heimkinder zu harter Akkordarbeit eingesetzt.

Steine auf meterlangen Armbändern befestigt

Die Kinder lebten laut der Tageszeitung "Kurier" in der Erziehungsanstalt St. Martin in Schwaz in Tirol. 15- bis 18-jährige Mädchen hätten täglich zehn Stunden für Swarovski gearbeitet und geschliffene Glaskristalle auf meterlangen Armbändern befestigt. Dafür hätten sie nur "einige Groschen" bekommen.

Mehrere ehemalige Heiminsassen bestätigten den Bericht. Laut einer ehemaligen Bewohnerin von St. Martin sollen es 20 bis 25 Mädchen gewesen sein, die von dem Heim zu der Arbeit für den Schmuck-Hersteller gezwungen wurden. Die Produktion dürfte zehn Jahre später eingestellt worden sein, schreibt die Zeitung.

Junge und werdende Mütter für Swarovski-Produktion

Nach Angaben eines einstigen Zöglings sollen es vor allem werdende und junge Mütter gewesen sein, die für die Swarovski-Fertigung herangezogen wurden. Die Arbeit sei körperlich anstrengend gewesen, betonte eine andere Betroffene im Gespräch mit der Zeitung. Viele Mädchen hätten Probleme mit den Handgelenken gehabt, das Glitzern der Steine habe zudem die Augen der jungen Arbeiterinnen beeinträchtigt.

Sie sei sicher, dass Swarovski "sehr wohl bezahlt hat, nur wir haben nichts davon gesehen", zitiert der "Kurier" die Frau. Sie glaubt demnach, dass die Heimleitung das Geld einbehalten hat. Swarovski fand Sprecherin Bianca Henderson zufolge in den Firmenarchiven nichts zu dem Thema.

Unternehmen weist Schuld von sich

Überhaupt wäscht das Unternehmen seine Hände in Unschuld. "Wenn Swarovski in einem Kinderheim etwas fertigen ließ, dann sicher im guten Glauben, dass das Geld an die Kinder weitergeleitet wird", sagte Henderson dem "Kurier". Auch heute vergebe der Konzern noch Arbeiten an junge Mütter, die von zu Hause aus arbeiten wollen, und an geschützte Werkstätten.

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