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Millionen Deutsche wollen mehr arbeiten

Millionen Deutsche wollen mehr arbeiten

15.08.2012, 11:46 Uhr | AFP, t-online.de

Millionen Deutsche wollen mehr arbeiten . Unterbeschäftigte Frauen arbeiten oft in Teilzeitjobs (Quelle: imago images)

Unterbeschäftigte Frauen arbeiten oft in Teilzeitjobs (Quelle: imago images)

Fachkräftemangel? Von wegen: Deutschland lässt ein erhebliches Arbeitskräftepotenzial ungenutzt. Im vergangenen Jahr hätten sich rund 7,4 Millionen Menschen in der Bundesrepublik im Alter von 15 bis 74 Jahren mehr Arbeitsstunden oder überhaupt einen Job gewünscht, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Welche Arbeitskräfte zur Verfügung stünden

Dieses ungenutzte Arbeitskräftepotenzial setzt sich demnach zusammen aus 2,5 Millionen Erwerbslosen, 3,7 Millionen Unterbeschäftigten in Teil- oder Vollzeit sowie 1,2 Millionen Menschen aus der sogenannten Stillen Reserve. Unterbeschäftigte sind laut dem Statistischen Bundesamt Erwerbstätige, die den Wunsch nach zusätzlichen Arbeitsstunden haben und für diese auch zur Verfügung stehen.

Mehr Frauen als Männer in der Stillen Reserve

Zur Stillen Reserve gehören unter anderem Menschen auf Arbeitssuche, die aber nicht als arbeitslos registriert sind. Auch Personen, welche die Jobsuche aufgegeben haben, sind Teil dieser Gruppe und solche, die sich in Warteschleifen im Bildungssystem befinden. Die Stille Reserve setzt sich aus 55 Prozent Frauen und 45 Prozent Männern zusammen, wie aus der Statistik hervorgeht.

Von den insgesamt 3,7 Millionen Unterbeschäftigten arbeitete demnach im Jahr 2011 mehr als die Hälfte (zwei Millionen) in Teilzeit, der Frauenanteil lag bei 72 Prozent. Hintergrund sei, dass Frauen grundsätzlich häufiger in Teilzeit beschäftigt sind. In Ostdeutschland seien Frauen in Teilzeit mit einem Anteil von 31,7 Prozent mehr als doppelt so häufig unterbeschäftigt wie im Westen (14,3 Prozent).

Verschiedene Gründe für Teilzeitarbeit

Dieser große Unterschied erklärt sich durch die Gründe für die Annahme von Teilzeitjobs, teilten die Statistiker mit. Bei Frauen im Osten sei der häufigste dafür genannte Grund, keinen Vollzeitjob gefunden zu haben. Westdeutsche Frauen hingegen arbeiteten häufig aus persönlichen oder familiären Gründen wie der Kinderbetreuung in Teilzeit.

Unterbeschäftigung bei einer Vollzeittätigkeit mit mindestens 32 Wochenstunden hingegen ist eine Männerdomäne. Von den 1,7 Millionen Betroffenen in Vollzeit seien fast drei Viertel (knapp 73 Prozent) Männer. Unterbeschäftigte in Vollzeit wollten ihre Arbeitszeit jedoch meist nur um wenige Stunden aufstocken.

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