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Studie: Hunderttausende Jobs unbesetzt - Firmen finden keine passenden Bewerber

Firmen finden keine Mitarbeiter: Hunderttausende Jobs unbesetzt

23.08.2012, 16:50 Uhr | t-online.de, dapd

Studie: Hunderttausende Jobs unbesetzt - Firmen finden keine passenden Bewerber. Knapp eine Million Stellen wurden 2011 nicht besetzt (Quelle: imago images)

Knapp eine Million Stellen wurden 2011 nicht besetzt (Quelle: imago images)

Immer mehr Stellen in deutschen Firmen bleiben unbesetzt: Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fanden sich im Jahr 2011 für 953.000 Stellen keine geeigneten Bewerber. Demnach zeigten sich bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter zudem starke Unterschiede zwischen Ost und West.

In Ostdeutschland kamen laut der IAB-Untersuchung auf einen vakanten Job mehr als doppelt so viele Arbeitslose wie im Westen. Insgesamt kamen auf eine freie Stelle hierzulande 3,2 Menschen ohne Arbeit, im Westen waren es 2,8 Jobsuchende, in Ostdeutschland sogar 8,2. Beste Chancen auf eine neue Stelle fanden sich laut der Befragung im Bereich der Unternehmensnahen Dienstleistungen, im Kfz-Gewerbe und im Verarbeitenden Gewerbe.

Kleine Betriebe sind Jobmotor

Mehr als die Hälfte der neu zu besetzenden Arbeitsplätze offerierten Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten, etwa ein Viertel der freien Stellen boten jeweils Firmen mit 50 bis 250 Mitarbeitern sowie Unternehmen mit mehr als 250 Angestellten an.

Unbesetzte Stellen kosten Firmen Aufträge

Insgesamt 18 Prozent der befragten Firmen in West und Ost gaben an, mindestens einmal die Personalsuche abgebrochen zu haben, das sind vier Prozent mehr als noch 2010. In der Folge mussten 42 Prozent der Betriebe in Westdeutschland zumindest teilweise auf einen Auftrag verzichten, in Ostdeutschland waren es immerhin noch 33 Prozent.

Zwei Drittel der freien Stellen erforderten laut IAB eine abgeschlossene Ausbildung oder einen Fachschulabschluss, weniger als ein Fünftel standen Menschen ohne Berufsabschluss zur Verfügung. Und ein Siebtel aller Jobs erforderte demnach einen Fachhochschul- beziehungsweise Hochschulabschluss.

Weiterhin hoher Produktivitätsrückstand im Osten

Die Studie ergab außerdem: Je höher die Anforderungen für einen Job, je länger dauert die Suche nach dem passenden Mitarbeiter. Der IAB-Befragung zufolge erforderten insgesamt mehr als 60 Prozent der neu besetzten Stellen eine abgeschlossene Berufsausbildung, in Westdeutschland setzten immerhin 23 Prozent der Jobs in Westdeutschland einen akademischen Abschluss voraus.

Der Anteil der Neueinstellungen, die keinen besonderen Abschluss erforderten, war demnach in Ostdeutschland doppelt so hoch wie im Westen. Das erklärt nach Ansicht der Studien-Autoren auch den anhaltend hohen Produktivitätsrückstand im Osten der Bundesrepublik.

Unternehmen unterschätzen Personalsuche

Darüber hinaus ergab die Befragung, dass sich 30 Prozent aller Firmen in Westdeutschland bei der zeitlichen Kalkulation der Mitarbeitersuche verschätzen. In Ostdeutschland sind es mit 28 Prozent kaum weniger. Besonders schwer tat sich dabei die Informations- und Kommunikationsbranche, hier planten 46 Prozent der Betriebe im Osten und 50 Prozent der Unternehmen in Westdeutschland nicht genug Zeit für die Besetzung vakanter Stellen ein.

Die größte Auswahl an Bewerbern haben Firmen den IAB-Angaben zufolge bei Stellen, die einen akademischen Abschluss voraussetzen. Im Schnitt bewarben sich auf einen solchen Job 19 Bewerber. An Arbeitsplätzen, für die kein Abschluss nötig ist, waren hingegen nur neun Jobsuchende interessiert. Der Anteil geeigneter Jobkandidaten sank allerdings mit steigenden Qualifikationsanforderungen.

Personalchefs setzen auf persönliche Kontakte

Die IAB-Analyse stellte weiterhin fest: Westdeutsche Betriebe setzten bei der Personalsuche zu 45 Prozent auf Personen, die auch vorher einen Job hatten. In Ostdeutschland hingegen wurde die Hälfte der freien Stellen mit Menschen besetzt, die vorher arbeitslos waren.

Die meisten Neueinstellungen kamen demnach in beiden Teilen Deutschlands über persönliche Kontakte und Stellenanzeigen zustande. Soziale Netzwerke wie Facebook oder Xing spielten dagegen kaum eine Rolle. Für die Studie befragte das IAB 15.000 Betriebe.

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