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Bundesagentur für Arbeit: Deutscher Job-Boom ebbt ab

Deutscher Job-Boom ebbt ab

26.09.2012, 15:29 Uhr | t-online.de, dpa-AFX

Bundesagentur für Arbeit: Deutscher Job-Boom ebbt ab. In Deutschland sinkt die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften (Quelle: imago images)

In Deutschland sinkt die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften (Quelle: imago images)

Angesichts der unsicheren Konjunkturaussichten halten sich immer mehr Firmen in Deutschland mit Neueinstellungen zurück. Entsprechend sei die Nachfrage nach Arbeitskräften im September weiter zurückgegangen, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) bei der Veröffentlichung ihres Stellenindexes BA-X. Damit habe sich die Tendenz der vergangenen Monate weiter fortgesetzt, stellte die BA fest.

Konjunkturdelle macht Unternehmen vorsichtig

"Angesichts abgeschwächter Konjunkturerwartungen zeigen sich die Unternehmen insgesamt vorsichtiger, was weitere Neueinstellungen angeht", betonte die BA. Der BA-Stellenindex sank um zwei Punkte auf 161 Zähler. Der auf der Basis des Stellenangebots errechnete Wert zeigte sich damit zum Herbstbeginn um elf Punkte schwächer als vor einem Jahr. Dennoch liege die Nachfrage nach Arbeitskräften immer noch auf hohem Niveau.

Höhepunkt des Job-Booms überschritten

Großen Bedarf an Mitarbeitern hätten weiterhin Zeitarbeitsunternehmen. Auch im Groß- und Einzelhandel, bei Bauinstallationsfirmen, in der Gastronomie und im Gesundheits- und Sozialwesen würden Mitarbeiter gesucht. "Allerdings wird auch bei der Betrachtung nach Branchen deutlich, dass der Nachfragehöhepunkt überschritten ist", machte die Nürnberger Bundesbehörde deutlich.

Auch Bankenvolkswirte sprechen inzwischen von einer deutlichen Abschwächung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Zwar sei die Zahl der Arbeitslosen im September im Vergleich zum August um rund 110.000 auf 2,80 Millionen gesunken. Dieser Rückgang habe allerdings allein saisonale Gründe, von der Konjunktur kämen kaum noch Impulse. Im Schnitt der vergangenen drei Boom-Jahre war die Zahl der Arbeitslosen im September um 143.000 gesunken, 2010 sogar um fast 160.000.

Schuldenkrise schürt Skepsis

"Ich habe überwiegend Meldungen, dass Unternehmen bei der Personaldisposition vorsichtiger agieren", begründet etwa Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld seine Skepsis. Der Grund ist seiner Ansicht nach nicht nur die aktuelle Schwächephase der deutschen Wirtschaft, sondern auch "die Unsicherheit über den weiteren Fortgang der Schuldenkrise". Für dieses Jahre rechnen die Bankenexperten daher mit einer Stagnation auf dem Arbeitsmarkt oder sogar leicht steigender Erwerbslosigkeit.

Experten sehen keine Anzeichen für drohende Krise

Hinweise für eine drohende Jobkrise sieht allerdings keiner der Fachleute, auch wenn sie nicht vor dem Sommer 2013 mit einer Erholung rechnen. "Der Aufstieg ist noch nicht komplett ausgelaufen. Das sehe ich ganz genauso wie BA-Chef Weise. Die Lage ist noch ganz ordentlich", betont HypoVereinsbank-Volkswirt Alexander Koch.

Er verweist auch darauf, dass trotz der abgeschwächten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland weiter steigt. Neue Stellen, etwa bei Dienstleistungsunternehmen, würden oft mit Zuwanderern besetzt.

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