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Mobbing: Versicherung muss nicht zahlen

Mobbing: Versicherung muss nicht zahlen

18.12.2012, 12:40 Uhr | dpa, t-online.de, dapd

Mobbing: Versicherung muss nicht zahlen. Dauerhafte Schikanen im Job können krank machen (Quelle: imago/suedraumfoto)

Dauerhafte Schikanen im Job können krank machen (Quelle: imago/suedraumfoto)

Schikanen, Intrigen, Ausgrenzung im Job - davon sind laut verschiedenen Studien mehr als eine Million Beschäftigte in Deutschland betroffen. Macht der Psychoterror am Arbeitsplatz jedoch krank, muss die gesetzliche Unfallversicherung keine Entschädigung zahlen. Das zeigt ein Urteil des Landessozialgerichts Darmstadt (Az.: L 3 U 199/11).

Schikane auf keine Berufsgruppe beschränkt

Mobbing und darauf beruhende Gesundheitsstörungen seien keine anerkannte Berufskrankheit, wie aus der Entscheidung der Darmstädter Richter hervorgeht. Eine Frau aus dem Landkreis Fulda hatte sich durch Gerüchte in ihrem Job gemobbt gefühlt. Sie zog vor Gericht, um eine Entschädigung für dadurch verursachte psychische Beeinträchtigungen einzuklagen.

Die Erkrankung der Frau könne nicht wie eine Berufskrankheit entschädigt werden, weil keine bestimmte Berufsgruppe dem Mobbing mehr ausgesetzt sei als andere, hieß es weiter. Mobbing komme vielmehr "in allen Berufsgruppen und im privaten Umfeld vor".

Nicht als Arbeitsunfall anerkannt

Auch eine Einordnung als Arbeitsunfall verneinten die Richter, da eine zeitliche Beschränkung auf eine Arbeitsschicht nicht möglich sei. Das Landessozialgericht bestätigte damit das Urteil aus der ersten Instanz. Eine Revision wurde nicht zugelassen.

Arbeitgeber hingegen können für die gesundheitlichen Folgen nachgewiesenen Mobbings finanziell zur Rechenschaft gezogen werden. Ein Firmenlenker aus Österreich beispielsweise mobbte seine Buchhalterin und beleidigte sie wegen ihrer Herkunft als Ostdeutsche. Sein Betrieb dulde keine "ostdeutschen Methoden", hielt der Unternehmer der Frau laut Gerichtsurteil unter anderem vor.

Mobbing-Opfer erhalten Schmerzensgeld

Die Frau wurde laut Medienberichten durch die Mobbing-Attacken krank und litt über Wochen an Gastritis, Schlafstörungen und Depressionen. Der Oberste Gerichtshof in Wien bestätigte demnach das Urteil zweier Gerichte in Klagenfurt und Graz, erläuterte Juristin Michaela Eigner von der Arbeiterkammer Kärnten. Der Arbeitgeber wurde dazu verdonnert, der ehemaligen Mitarbeiterin 5900 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.

In dem Sinne hat auch das Arbeitsgericht Cottbus einer Pflegedienstleiterin in einem Altenheim 30.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen (Az.: 7 Ca 1960/08). "Frauen meckern nur und sind alle niederträchtig und boshaft, so wie Sie", hatte in dem Fall der Geschäftsführer wörtlich im Beisein anderer Personen zu der Mitarbeiterin gesagt.

Die Richter verurteilten den Arbeitgeber der Frau außerdem dazu, dem Mobbingopfer alle weiteren Gesundheits- und sonstigen Schäden zu ersetzen. Der Arbeitgeber habe durch das Verhalten des Vorgesetzten seine Fürsorgepflicht und das Persönlichkeitsrecht der Mitarbeiterin verletzt.

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