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Jeder Zweite geht auch krank zur Arbeit

Jeder Zweite geht auch krank zum Job

05.02.2013, 14:18 Uhr | t-online.de - sia, dpa-AFX,dpa

Jeder Zweite geht auch krank zur Arbeit. Mit Beschwerden in die Firma - für viele ist das selbstverständlich (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit Beschwerden in die Firma - für viele ist das selbstverständlich (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mehr als jeder zweite Erwerbstätige in Deutschland (57 Prozent) erscheint auch krank im Job. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und des Bundesinstituts für Berufsbildung. Die Untersuchung zeigt, woran das liegt und welche Berufsgruppen besonders betroffen sind.

Auch krank am Arbeitsplatz

Die BAuA-Experten sehen darin eine Mischung aus Präsentismus und Absentismus. Das heißt: Betroffene Mitarbeiter gehen trotz einer Erkrankung zur Arbeit, obwohl es legitim und ratsam gewesen wäre, sich krank zu melden oder vom Arzt krankschreiben zu lassen.

Für die Analyse wurden in den Jahren 2011 und 2012 20.000 Personen danach befragt, wie oft sie in den vergangenen zwölf Monaten krank zur Arbeit gegangen seien. Im Durchschnitt erschienen die Studienteilnehmer pro Jahr 11,5 Tage oder 3,7 Mal krank am Arbeitsplatz, wie die Forschungseinrichtungen mitteilten. Zudem erklärten die Befragten, im Durchschnitt nur 1,8 Mal pro Jahr (17,4 Tage) krank zu Hause geblieben zu sein.

21 Prozent sind immer für den Job im Einsatz

Der Studie zufolge gaben 36 Prozent der Befragten an, im letzten Jahr bei Krankheit sowohl schon einmal zu Hause geblieben zu sein als auch gearbeitet zu haben. Nur etwa 16 Prozent blieben ausschließlich zu Hause und fast 21 Prozent erschienen bei Krankheit immer in der Firma. Lediglich 27 Prozent hingegen erklärten, im letzten Jahr nicht krank gewesen zu sein.

Zu den Berufsgruppen, deren Beschäftigte besonders häufig auch krank nicht am Arbeitsplatz fehlen, gehören Gesundheitsberufe (3,9 Mal, 10,9 Tage) und Sozial- und Erziehungsberufe (4,1 Mal, 11,2 Tage), aber auch Berufe in der Landwirtschaft (4,1 Mal, 13,5 Tage) sowie Bauberufe (4,6 Mal, 13,2 Tage).

Angst vor der Kündigung treibt in die Firma

Besonders häufig schleppten sich die Mitarbeiter gesundheitlich angeschlagen ins Büro, die die Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten selten als gut empfinden (5,0 Mal, 18,7 Tage) und sich nie als Teil einer Gemeinschaft fühlen (4,5 Mal, 17,3 Tage).

Laut Bundesanstalt gaben besonders Mitarbeiter, die häufig unter Leistungs-, Termin- und Zeitdruck leiden, an, trotz Krankheit im Job die Stellung zu halten. Eine wichtige Rolle spielten außerdem mangelnde Vertretungsmöglichkeiten und Angst vor der Entlassung.

Experten warnen vor Langzeitfolgen

Folgen des Präsentismus sieht die BAuA in nachlassender Leistungsfähigkeit und abnehmender Produktivität. Die Experten warnen vor allem vor Langzeitfolgen. "Präsentismus ist der unsichtbare Teil des Eisbergs, der irgendwann in Form von Langzeit-Arbeitsunfähigkeiten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zutage tritt", sagte BAuA-Politikwissenschaftlerin Claudia Oldenburg. Weitere Untersuchungen zeigten, dass die durch Präsentismus entstehenden Kosten mindestens so hoch seien wie die Kosten krankheitsbedingten Fehlens.

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