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Hessisches Landesarbeitsgericht: Im Job geschlafen - Pflegerin behält ihren Job

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Im Job geschlafen - Pflegerin behält ihren Job

07.02.2013, 13:07 Uhr | t-online.de - sia

Hessisches Landesarbeitsgericht: Im Job geschlafen - Pflegerin behält ihren Job. Ein Schläfchen in Ehren muss nicht sofort den Job kosten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Schläfchen in Ehren muss nicht sofort den Job kosten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Im Job einschlafen - das geht gar nicht. Trotzdem dürfen Chefs müde Mitarbeiter wegen eines Nickerchens nicht gleich feuern. Eine Pflegehelferin in einer Seniorenresidenz zumindest kann ihre Stelle behalten. Das Hessische Landesarbeitsgericht kippte die Kündigung der Frau, die während des Dienstes in einem Fernsehsessel eingeschlummert war (Az.: 12 Sa 652/11).

Pflegerin machte ausschließlich Nachtdienst

Die Pflegerin ist dem Gericht zufolge seit Juli 2003 bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt. Seit September 2006 arbeitet sie ausschließlich im Nachtdienst von 21 Uhr bis 7 Uhr, einschließlich einer zweigeteilten Pause von insgesamt 45 Minuten.

Im März 2010 nahm sie nach einer Lungenentzündung den Dienst wieder auf und absolvierte dabei unter anderem die vorgeschriebenen Kontrollgänge. Um 0.30 Uhr und 1.45 Uhr trafen zwei Kollegen die Frau schlafend im Bewohneraufenthaltsraum an. Die Pflegerin saß dort in einem Fernsehsessel mit einem Kopfkissen unter dem Kopf.

Fristlose Kündigung wegen durchgehenden Schlafs

Die Mitarbeiterin erhielt daraufhin die fristlose Kündigung. Der Arbeitgeber warf der Pflegerin vor, während ihres Nachtdienstes in dem genannten Zeitraum durchgehend geschlafen zu haben. Gegen den Rauswurf zog die Frau vor das Arbeitsgericht Wiesbaden.

Die Richter stellten sich auf die Seite der Entlassenen (Az.: 10/6/10 Ca 309/10). Sie befanden, der Arbeitgeber habe nicht bewiesen, dass sich die Frau in dem angegebenen Zeitraum im Dauerschlaf befunden und gezielt eine Schlafstätte hergerichtet habe. Eine fristlose Kündigung sei in dem Fall unverhältnismäßig, eine Abmahnung hätte als Strafe genügt.

Arbeitgeber: Unverantwortliche Pflichtverletzung

Gegen die Entscheidung legte der Arbeitgeber Berufung ein. Er argumentierte, die Pflegerin habe in unverantwortlicher Weise ihre dienstliche Pflicht vernachlässigt und die ihr anvertrauten älteren Menschen für mindestens 75 Minuten schutz- und hilflos zurückgelassen.

Das Landesarbeitsgericht bestätigte jedoch das Urteil der Kollegen aus Wiesbaden. Zwar sei die Verletzung der Dienstpflicht durch Schlafen an der Arbeitsstelle grundsätzlich als wichtiger Grund für eine fristlose Kündigung geeignet.

Rauswurf ohne vorherige Abmahnung nicht gerechtfertigt

Der umgehende Rauswurf sei aber ohne vorherige Abmahnung nur dann gerechtfertigt, wenn sich die Mitarbeiterin geplant und für die Heimbewohner unerreichbar für die gesamte fragliche Zeit zum Schlafen zurückgezogen und zudem keine Vorkehrungen dafür getroffen hätte, dass Notsignale aus ihrem Wohnbereich für Kollegen wahrnehmbar waren.

Das sei aber nicht der Fall gewesen. Auch sahen die Richter keine Gefahr einer Wiederholung der Pflichtverletzung und verweisen darauf, dass die Frau sich nach überstandener Krankheit noch schwach gefühlt habe.

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