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Leiharbeiter-Affäre bei Amazon: Schroer-Verlag kündigt Kooperation

Leiharbeiter-Affäre  

Erster Verlag wirft Amazon raus

18.02.2013, 07:21 Uhr | bv, t-online.de

Leiharbeiter-Affäre bei Amazon: Schroer-Verlag kündigt Kooperation. Die Leiharbeiter-Affäre wird für Amazon immer peinlicher (Quelle: dpa)

Die Leiharbeiter-Affäre wird für Amazon immer peinlicher (Quelle: dpa)

Die Leiharbeiter-Affäre ist für den Versandriesen Amazon noch lange nicht ausgestanden. Stattdessen kommen immer mehr unerfreuliche Details ans Licht - unter anderem in einem Offenen Brief des Verlegers Christopher Schroer an Amazon-Chef Jeff Bezos, in dem er dem Konzern die weitere Zusammenarbeit aufkündigt. Auslöser für Schroers Entscheidung war zwar die ARD-Dokumentation über die schlechte Behandlung von Leiharbeitern durch Amazon. Bei dem Verlagschef hat sich aber auch noch jede Menge anderer Groll gegen den Internethändler aufgestaut.

So schreibt der 35-jährige Verleger am Ende des Offenen Briefs, den er in einem Blog auf der Unternehmensseite veröffentlicht hat: "Und eigentlich sind wir froh darüber, einen so schwierigen Geschäftspartner los zu sein." Und vorher: "Sie sind, waren es nie und werden es auch wohl zukünftig nicht werden: ein Unternehmen, das Menschen wie Menschen, das Verlage wie Partner, das Kunden wie Könige und Kaiser behandelt."

Rabatte von mehr als 50 Prozent

Der Ch. Schroer Literaturverlag mit Sitz in Lindlar östlich von Köln ist keine Branchengröße. Christopher Schroer selbst schreibt in seinem Offenen Brief von einem Kleinverlag und beklagt unter anderem überzogene Rabattforderungen von Amazon, die sich auf 55 Prozent belaufen sollen und offenbar nicht ganz legal sind: "Nein, es muss ja, um mit dem Buchpreisbindungsgesetz konform zu sein, heißen: 50% Rabatt plus 5% Lagerkosten." Dies gelte auch für Durchlaufposten, die nachweislich nicht gelagert würden.

Sein Verlag habe Rechnungen ins Ausland schicken müssen, was Amazon geholfen habe, "mit luftigen Buchungstricks bei der Umsatzsteuer Ihren Gewinn [zu] maximieren." Die - bisher legalen - Steueroptimierungsmodelle zahlreicher US-Unternehmen waren zuletzt sogar Thema beim G20-Gipfel in Moskau.

Abhängigkeit von Amazon

Man habe diese Praktiken bisher hingenommen, wenn auch nicht ganz freiwillig, schreibt Schroer. Für einen kleinen Verlag sei es wichtig, bei Größen wie Amazon sichtbar zu sein, um vom Endkunden wahrgenommen zu werden. Viele Käufer dächten anscheinend: "Was es bei amazon.de nicht gibt, gibt’s nirgends."

Gelohnt habe sich das Ganze für den Verlag nicht. Zu einseitig soll der Konzern seine Macht gegenüber den kleinen Zulieferern ausgenutzt haben. Amazon habe sie nicht wie Partner, sondern wie Bittsteller behandelt, klagt Schroer. Die aktuelle Berichterstattung habe das Fass nun zum Überlaufen gebracht.

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