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ThyssenKrupp: Aufsichtsratschef Cromme tritt zurück

ThyssenKrupp: Aufsichtsratschef Cromme tritt zurück

08.03.2013, 14:46 Uhr | t-online.de, dpa-AFX

ThyssenKrupp: Aufsichtsratschef Cromme tritt zurück. Gerhard Cromme hatte lange ausgeschlossen, dass er seinen Posten bei ThyssenKrupp räumt (Quelle: dapd)

Gerhard Cromme hatte lange ausgeschlossen, dass er seinen Posten bei ThyssenKrupp räumt (Quelle: dapd)

Überraschender Abgang eines umstrittenen Firmenlenkers: Gerhard Cromme, langjähriger Aufsichtsratschef von ThyssenKrupp, zieht sich aus dem Unternehmen zurück. Nach zwölf Jahren an der Spitze des Kontrollgremiums werde Cromme zum 31. März den Posten niederlegen, teilte der Konzern am Freitag mit.

Manager gibt auch Posten bei Krupp-Stiftung auf

Cromme habe die Krupp-Stiftung zudem gebeten, seine Entsendung in den Aufsichtsrat zum gleichen Zeitpunkt zu beenden. Der 70-jährige Manager, der auch an der Spitze des Siemens-Aufsichtsrates steht, wird nach den Angaben auch sein Amt als stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Krupp-Stiftung niederlegen.

Weg frei für personellen Neustart

"In Verantwortung für das Unternehmen, seine Mitarbeiter und Aktionäre möchte ich nach zwölf Jahren als Vorsitzender mit diesem Schritt auch im Aufsichtsrat einen personellen Neuanfang ermöglichen", begründete Cromme laut Mitteilung seinen Rückzug.

Aktie springt nach oben

Er wünsche dem Unternehmen, dass es aus der derzeitigen Krise gestärkt hervorgehe. Vorstandschef Heinrich Hiesinger dankte Cromme für sein langjähriges Wirken für ThyssenKrupp und dessen Vorgängerunternehmen. Er habe das Bild der deutschen Stahlindustrie entscheidend geprägt. Die Aktien von ThyssenKrupp sprangen nach der Rücktrittsankündigung an die Spitze des DAX. Am Nachmittag lagen die Papiere des Stahlriesen mehr als fünf Prozent im Plus.

Das Chaos um Steel Americas falle in der Marktwahrnehmung in Crommes Amtsperiode, hieß es von einem Börsianer. Nun gebe es Käufe nach dem Motto "neue Besen kehren gut". Portfoliomanager Ludwig Donnert von TAO Capital bestätigte: "Nach der ganzen massiven Kritik ist dieser Schritt positiv für die Aktien zu sehen."

Konsequenzen aus Fehlentscheidungen gefordert

Bei Aktionären sorgte Crommes Rücktritt ebenfalls für Beifall. "Wir finden das richtig", sagte der Geschäftsführer der deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer. Ein Neuanfang nach den Fehlentscheidungen und Skandalen im Konzern dürfe sich nicht nur auf den Vorstand beschränken, sondern müsse auch den Aufsichtsrat einschließen. Er hoffe, dass Crommes Nachfolger als Aufsichtsratschef von außerhalb kommen werde.

Rücktritt lange ausgeschlossen

Cromme wurde in den vergangenen Monaten immer wieder für Fehlentwicklungen wie das milliardenschwere Desaster der Stahlwerke in Brasilien und den USA sowie Korruptionsfälle und Kartellverstöße mitverantwortlich gemacht. Zuletzt hatte sich der Aufsichtsratschef auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Essen der harschen Kritik der Aktionäre gestellt und eine Mitverantwortung für die Fehlentwicklungen eingeräumt. Einen Rücktritt hatte er damals allerdings noch ausgeschlossen.

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