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Airbus: 1000 neue Mitarbeiter in Deutschland

Airbus: 1000 neue Mitarbeiter in Deutschland

26.04.2013, 14:53 Uhr | dpa

Airbus: 1000 neue Mitarbeiter in Deutschland . Der Airbus A350: Der Flugzeugbauer will durch die Produktion des A350 XWB neue Jobs schaffen (Quelle: dapd)

Der Airbus A350: Der Flugzeugbauer will durch die Produktion des A350 XWB neue Jobs schaffen (Quelle: dapd)

Der europäische Flugzeugbauer Airbus plant an seinen deutschen Standorten vor allem zur Produktion seines neuen Verkehrsjets A350 XWB die Schaffung neuer Jobs. "Wir gehen von 1000 Neueinstellungen aus", sagte Airbus-Geschäftsführer Günter Butschek. Bei den Einstellungen handle es sich vor allem um Facharbeiter und Ingenieure. Den Standorten in Hamburg, Stade und Bremen mit derzeit rund 18.000 Mitarbeitern komme eine Schlüsselstellung bei der Entwicklung und Fertigung des Hightech-Fliegers zu. Im Sommer sei sein Erstflug geplant, Ende kommenden Jahres die erste Auslieferung. Butschek: "Was den Zeitplan angeht, sind wir heute zuversichtlich, dass wir ihn einhalten können."

"Dreamliner" als warnendes Beispiel

Mit Blick auf die Batterie-Probleme beim Boeing-Konkurrenzmodell "Dreamliner" will Airbus auf die problematischen Lithium-Ionen-Batterien verzichten. "Damit gefährden wir den Zeitablauf für den A350 XWB nicht und halten uns selbstverständlich die Lithium-Ionen-Option für die Zukunft offen."

Ein Trend zur Abwanderung von Boeing-Kunden wegen der "Dreamliner"-Probleme sei jedoch nicht spürbar. "Fluggesellschaften entscheiden nach langfristiger Wirtschaftlichkeit - und da hat die A350 XWB die Nase vorn", so Butschek. Nach dem gerade verkündeten Auftrag von British Airways über 18 Maschinen liegen nun weitere 634 Bestellungen vor.

Neustrukturierung gestaltet sich positiv

Zur angelaufenen Neustrukturierung in allen europäischen Werken erklärte die Nummer zwei des Gesamtunternehmens: "Die erste Zwischenbilanz fällt sehr positiv aus." Nach vier Monaten seien bereits Veränderungen erkennbar. Erweiterte Verantwortlichkeiten der Werksleitungen sollen im bisher eher zentral gesteuerten Airbus-System schnellere Entscheidungen ermöglichen.

Für die vor allem in Hamburg produzierte A320-Familie stehe aber frühestens 2018 eine Aufstockung der Fertigungskapazität an. Jeden Monat werden 42 der kleineren Passagier-Jets mit einem Mittelgang in der Kabine gebaut. Allein die Flugzeuge mit den Typbezeichnungen A318 bis A321 machen knapp 3900 Maschinen des Auftragsbestands aus.

"Jobmotor und Innovationstreiber"

Butschek, der dem Führungsgremium des Mutterkonzerns EADS angehört und die wesentlichen Bereiche der Flugzeugentwicklung und -produktion von Airbus verantwortet, sieht den Flugzeugbau speziell in Norddeutschland als "Jobmotor und Innovationstreiber".

In den Diskussionen mit der Bundesregierung über rückzahlbare Darlehen für die A350-Entwicklung setzt er daher auf eine baldige Einigung: "Die vertraglichen Verpflichtungen, die wir diesbezüglich haben, sind übererfüllt. Ich gehe davon aus, dass wir in absehbarer Zeit zu einer Vereinbarung kommen." Berlin hält zur Zeit einen Darlehensbetrag von 600 Millionen Euro für die A350-Entwicklung zurück.

Airbus mit speziellem Ziel

Mit Blick auf die im Juni anstehende Pariser Luftfahrtmesse erwartet er nicht, an die Auftragsrekorde der vergangenen Ausstellung im Jahr 2011 anknüpfen zu können. "Ich sage allerdings nicht, dass es keine Aufträge geben wird, im Gegenteil." Das Ziel von 700 Bestellungen in diesem Jahr bleibe bestehen: "Die 700 schaffen wir." Darunter sollen 25 doppelstöckige Jets des Typs A380 sein. Zusätzlich zu den 101 ausgelieferten Maschinen stehen 161 der Riesenflieger in den Auftragsbüchern.

EADS: Rüstungsgeschäft macht zu schaffen

Auch bei der Mutter EADS laufen die Geschäfte gut. Dennoch hat Konzernchef Tom Enders einige Baustellen abzuarbeiten. Vor allem das Rüstungsgeschäft, gebündelt in der Sparte mit Cassidian, macht den Managern zu schaffen. Dabei leidet das Geschäft mit Kampfflugzeugen, Drohnen und Raketen unter einer besonders kniffeligen Ausgangslage. Denn die Sparpolitik in Europa verdirbt dem Unternehmen die Laune. 200 Millionen müssen eingespart werden, 850 Stellen werden abgebaut.

Kürzungen in den Wehretats, auch im deutschen Haushalt, lassen die Auftragsbücher dünner werden. Projekte werden gestreckt, verschoben oder ganz gestrichen. Bestellungen werden reduziert. Zugleich aber muss sich der Konzern rechtfertigen, denn die Sparpolitik wird in den kommenden Jahren vermutlich etliche Jobs kosten. Auch an den deutschen Standorten fürchtet die Gewerkschaft IG Metall den Abbau tausender Stellen.

Regierung verhindert große Chance

Es war vor allem die Bundesregierung, die die von Enders mit aller Macht gewollte Fusion mit dem britischen Rüstungsriesen BAE Systems in einem wenig erfreulichen, halböffentlichen Kräftemessen verhinderte. Der Chef sah in dem Zusammenschluss insbesondere für Cassidian eine große Chance. Denn mit BAE erhoffte sich EADS den Sprung auf bisher verschlossene Rüstungsmärkte, wie etwa die USA.

Doch nun steht die Rüstung auf dem Prüfstand. "Cassidian hat ein großes Angebot, vom Kampfflugzeug bis zu Komponenten. Man muss sehen, was Sinn macht und was das Militär wirklich braucht. Und wir müssen uns fragen: Verdienen wir damit Geld?", sagte Enders bei der Jahres-Pk im Februar. Mitte 2013 sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Gemessen am Umsatz rutschte die Rüstungsparte im Konzern hinter Airbus sowie die beiden Schwestern Eurocopter und Astrium zurück. Insgesamt erlöste Cassidian 2012 noch 5,7 Milliarden Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern brach um 57 Prozent auf 142 Millionen Euro ein.

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